HomeNewsChronikTrans Frau in Berliner Straßenbahn attackiert

Trans Frau in Berliner Straßenbahn attackiert

Ein bislang unbekannter Mann attackierte am Montagabend eine trans Frau in einer Straßenbahn im Berliner Ortsteil Fennpfuhl. Der Staatsschutz ermittelt wegen eines mutmaßlich queerfeindlichen Motivs.

Am Montagabend kam es in einer Straßenbahn der Linie M8 in Berlin-Fennpfuhl zu einem queerfeindlichen Angriff. Wie die Polizei mitteilte, wurde dabei eine 48-jährige trans Frau körperlich und verbal attackiert.

Eskalation nach übergriffiger Frage

Nach Angaben der Polizei fragte ein bislang unbekannter Mann die Frau gegen 21 Uhr im Bereich Karl-Lade-Straße/Landsberger Allee, ob sie „eine Frau oder ein Mann“ sei. Aus dieser Situation entwickelte sich ein Streitgespräch. In dessen Verlauf schlug der Tatverdächtige der Frau mit der flachen Hand ins Gesicht und zog sie an den Haaren.

Beim Aussteigen aus der Straßenbahn beleidigte der Mann die Frau erneut und entfernte sich anschließend in unbekannte Richtung.

Frau verletzt – Staatsschutz ermittelt

Die Frau erlitt Verletzungen im Gesicht, lehnte jedoch eine ärztliche Behandlung ab. Die Polizei Berlin ermittelt nun wegen Körperverletzung und Beleidigung. Zuständig ist der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamts, da ein queerfeindlicher Hintergrund vermutet wird.

Der Staatsschutz sei immer dann eingebunden, wenn Hinweise auf Hasskriminalität vorlägen.

Tatort: Berliner Plattenbauviertel

Der Vorfall ereignete sich im Ortsteil Fennpfuhl im Bezirk Lichtenberg, einem Wohngebiet im Osten Berlins. Das Viertel ist geprägt von Plattenbauten aus den 1960er- und 1970er-Jahren. Die Straßenbahnlinie M8 verbindet den Ortsteil mit anderen Teilen der Hauptstadt.

Die Polizei bittet mögliche Zeug:innen, sich zu melden und Hinweise auf den Täter zu geben. Bislang ist der Mann noch nicht identifiziert.

Für Hassverbrechen gegen sexuelle Minderheiten gibt es in Berlin eigene Ansprechpartner:innen

Angehörige sexueller Minderheiten, die Opfer von Hasskriminalität geworden sind, können in der deutschen Hauptstadt unter anderem auf der Internetwache der Polizei Berlin  online eine Anzeige aufgeben.

Bei der Berliner Polizei gibt es zudem zwei Ansprechpersonen für LGBTI . Damit soll Angehörigen sexueller Minderheiten, die oft aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen ein eher kritisches Verhältnis zur Polizei haben, das Erstatten einer Anzeige nach einem Übergriff erleichtert werden.

Mehr News