Die ersten Initiativen im Kampf gegen AIDS begannen 1985 in Österreich – damals war die Krankheit noch von Angst, fehlenden Therapien und massiver Ausgrenzung geprägt. 2025 feiern die AIDS-Hilfen ihr 40-jähriges Bestehen. Aus den Anfängen hat sich ein bundesweites Netzwerk aus sieben eigenständigen Vereinen entwickelt, das Beratung, Testung, Prävention und Begleitung anbietet.
Heute hat sich das Bild verändert: Dank moderner Medikamente ist HIV gut behandelbar. Die Lebenserwartung von HIV-positiven Menschen liegt inzwischen nahe am Durchschnitt. Doch mit den Erfolgen ändern sich auch die Herausforderungen.
Altersgerechte Prävention rückt in den Fokus
Inzwischen ist mehr als die Hälfte der Menschen mit HIV in Österreich über 50 Jahre alt, das Medianalter liegt bei 50,8 Jahren. Aus diesem Grund stellt die Aids Hilfe Wien zum Welt-AIDS-Tag 2025 das Thema „Sexuelle Gesundheit im Alter“ in den Mittelpunkt.
„Sexualität ist kein Tabuthema – auch nicht im höheren Alter“, betont Dr. Mirijam Hall von der Aids Hilfe Wien. „Wer informiert ist, kann sich schützen und gesund bleiben.“ Am 1. Dezember findet in der Urania Wien deshalb eine Fachveranstaltung statt, bei der Strategien für eine altersunabhängige Prävention diskutiert werden.
STI-Zahlen steigen: Bedarf an Angeboten wächst
Ein weiteres Warnsignal ist die europaweit zunehmende Zahl sexuell übertragbarer Infektionen. So meldet das European Centre for Disease Prevention and Control einen Anstieg der Gonorrhö-Fälle in der EU/EWR-Region um rund 31 Prozent im Vergleich zu 2022 sowie einen Anstieg der Syphilis-Diagnosen um 13 Prozent.
Die Aids Hilfe Wien sieht darin einen klaren Auftrag: Präventions-, Test- und Behandlungsangebote müssen weiter ausgebaut werden – altersunabhängig, diskriminierungsfrei und niederschwellig. Aus diesem Grund wird ab Ende des ersten Quartals im Aids Hilfe Haus am Gumpendorfer Gürtel ein neues Ambulatorium für sexuelle Gesundheit zur Verfügung stehen.

