HomePolitikInternational"LGBT-Propaganda": Russland sperrt Online-Spieleplattform Roblox

„LGBT-Propaganda“: Russland sperrt Online-Spieleplattform Roblox

Die beliebte Spieleplattform Roblox ist in Russland nicht mehr zugänglich. Die Medienaufsichtsbehörde Roskomnadzor hat die Sperrung angeordnet und dem Unternehmen schwere Vorwürfe gemacht. Auf der Plattform seien „Aufrufe zu Gewalttaten, LGBT-Propaganda“ sowie „unangemessene Inhalte“ gefunden worden, die die moralische Entwicklung von Kindern gefährden könnten.

Vorwürfe reichen von Terror-Simulation bis zu sexueller Belästigung

Laut Roskomnadzor wurden auf Roblox unter anderem Spielszenarien entdeckt, die Terroranschläge simulieren. Auch Glücksspiel, sexuelle Belästigung von Minderjährigen und das Teilen intimer Bilder werden als problematische Inhalte genannt. LGBTI-Inhalte stuft die Behörde unter Verweis auf das russische „Anti-LGBT-Propaganda-Gesetz“ als extremistisch ein.

„Diese Inhalte gefährden die geistige und moralische Entwicklung unserer Kinder“, erklärte ein Sprecher der Behörde gegenüber russischen Medien. Russland hatte im Jahr 2023 die sogenannte „internationale LGBT-Bewegung“ als extremistische Organisation eingestuft, obwohl sie keine reale Organisation ist.

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Roblox verteidigt sich: Sicherheit habe höchste Priorität

Ein Sprecher von Roblox wies die Vorwürfe zurück und betonte gegenüber internationalen Medien: „Wir respektieren die Gesetze in allen Ländern, in denen wir tätig sind. Roblox bietet einen positiven Raum für Lernen, Kreativität und bedeutungsvolle Verbindungen.“

Man habe eine Vielzahl an Sicherheitsmaßnahmen implementiert, um schädliche Inhalte frühzeitig zu erkennen und zu verhindern. Die Plattform sei bestrebt, ein sicheres Umfeld für alle Nutzer zu gewährleisten.

Plattform will Kinder stärker schützen

Es gibt jedoch auch aus anderen Ländern mit einem fragwürdigen Umgang mit Demokratie Kritik an Roblox. So hatten bereits zuvor China, die Türkei, der Iran und Katar die Plattform eingeschränkt oder gar gesperrt, meist unter Berufung auf den Kinderschutz.

Als Reaktion auf die zunehmende Kritik kündigte Roblox im Dezember an, Chats zwischen Kindern und unbekannten Erwachsenen künftig zu unterbinden. Die neue Funktion soll verhindern, dass Fremde mit jungen Nutzern in Kontakt treten können.

Anti-LGBTI-Gesetz in Russland mit weitreichenden Folgen

Das russische Gesetz gegen „LGBT-Propaganda“ hat seit seiner Ausweitung im Jahr 2023 zahlreiche Konsequenzen. So wurde unter anderem die AIDS-Stiftung von Elton John verboten, die Sprachlern-App Duolingo musste Inhalte entfernen und selbst Zeichentrickserien wie „My Little Pony” wurden mit einer Altersfreigabe ab 18 belegt.

Zudem berichten Menschenrechtsorganisationen von Festnahmen und Verurteilungen auf Basis des Gesetzes. In einzelnen Fällen sollen Personen allein aufgrund ihres vermuteten Bezugs zur LGBTI-Community in Haft gestorben sein.

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