Am Mittwochmorgen kam es in Berlin-Waidmannslust zu einem mutmaßlich homophob motivierten Übergriff. Ein 29-jähriger Mann wartete nach Angaben der Polizei gegen 6:20 Uhr an einer Bushaltestelle am Waidmannsluster Damm, Ecke Oraniendamm, auf den Bus der Linie 322.
Täter beleidigte, bedrohte und bespuckte Opfer
An der Haltestelle soll ein bislang unbekannter Mann den 29-Jährigen schwulenfeindlich beleidigt, bedroht und bespuckt haben. Anschließend stiegen beide Männer in den einfahrenden Bus ein. Während das Opfer später wieder ausstieg, blieb der mutmaßliche Täter im Bus und fuhr davon.
Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin übernahm die weiteren Ermittlungen. Dieser ist in Fällen von Hasskriminalität standardmäßig zuständig. Wie bei laufenden Ermittlungen üblich, machte die Polizei zunächst keine näheren Angaben zu den beteiligten Personen.
Zwei weitere queerfeindliche Vorfälle in den letzten Tagen
Dieser Vorfall reiht sich in eine Serie ähnlicher Ereignisse in der Hauptstadt ein. Erst in der vergangenen Woche hatte es zwei weitere queerfeindliche Übergriffe gegeben. Am Montag der vergangenen Woche wurden in einer Straßenbahn im Berliner Ortsteil Fennpfuhl mehrere Personen beleidigt und körperlich angegriffen.
Zudem kam es wenige Tage später in der Berliner Falkstraße zu einem transfeindlichen Vorfall. Gegen 23 Uhr verließen zwei Frauen im Alter von 26 und 30 Jahren ein Auto, in dem sich zwei weitere Männer befanden. Beim Aussteigen sollen sie von einer Gruppe junger Männer mit transfeindlichen Äußerungen beleidigt worden sein.
Für Hassverbrechen gegen sexuelle Minderheiten gibt es in Berlin eigene Ansprechpartner:innen
Angehörige sexueller Minderheiten, die Opfer von Hasskriminalität geworden sind, können in der deutschen Hauptstadt unter anderem auf der Internetwache der Polizei Berlin online eine Anzeige aufgeben.
Bei der Berliner Polizei gibt es zudem zwei Ansprechpersonen für LGBTI . Damit soll Angehörigen sexueller Minderheiten, die oft aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen ein eher kritisches Verhältnis zur Polizei haben, das Erstatten einer Anzeige nach einem Übergriff erleichtert werden.

