Ein queerfeindlicher Angriff in einer Bremer Straßenbahn sorgt für große Bestürzung. Am späten Freitagabend wurden zwei junge Frauen im Alter von 18 und 19 Jahren Opfer eines gewalttätigen Übergriffs. Wie die Polizei am Samstag mitteilte, habe der Angriff einen klaren lesbenfeindlichen Hintergrund.
Angriff nach Kuss in der Straßenbahn
Die beiden Frauen waren gegen 23 Uhr an der Haltestelle Haferkamp in die Linie 8 in Richtung Hauptbahnhof eingestiegen. In der Bahn küssten sie sich – ein Moment, der offenbar den Auslöser für die Gewalt darstellte. Ein 25-jähriger Mann aus Rumänien ging auf sie zu und beleidigte sie zunächst queerfeindlich.
Laut Polizei eskalierte dann die Situation schnell: Nach einem kurzen Wortgefecht schlug der Mann beiden Frauen mit der Faust ins Gesicht. Eine der beiden, die 18-Jährige, verlor dabei das Bewusstsein und ging zu Boden. Der Angreifer trat ihr anschließend noch mit dem Fuß in den Bauch.
Polizei greift sofort ein
Einsatzkräfte einer speziellen Taskforce, die in der Nähe des Hauptbahnhofs eingesetzt war, wurden auf den Vorfall aufmerksam. Sie stoppten die Straßenbahn umgehend und nahmen den mutmaßlichen Täter noch vor Ort fest. Die beiden verletzten Frauen wurden ambulant in einem Krankenhaus behandelt.
Die Kriminalpolizei ermittelt nun gegen den 25-Jährigen wegen gefährlicher Körperverletzung. Aufgrund des mutmaßlich queerfeindlichen Motivs hat der Staatsschutz die weiteren Ermittlungen übernommen.
Der Mann wurde nach seiner Festnahme in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen. Weitere Informationen zu seinem Gesundheitszustand liegen derzeit nicht vor.

