Die Liste der Teilnehmer für den ESC 2026 steht fest: Wie die Europäische Rundfunkunion (EBU) bestätigt hat, werden im Mai in Wien 35 Länder an den Start gehen. Mit dabei sind der Gastgeber Österreich sowie Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien, die als Teil der sogenannten „Big Five“ automatisch für das Finale qualifiziert sind. Spanien, das ebenfalls zur „Big Five“-Gruppe gehört, hat sich jedoch wegen der Teilnahme Israels gegen eine Teilnahme entschieden.
Drei Länder sind nach jahrelanger Pause wieder dabei
Zusätzlich vertreten sind: Albanien, Armenien, Australien, Aserbaidschan, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Georgien, Griechenland, Irland, Israel, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Moldau, Montenegro, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, San Marino, Schweden, die Schweiz, Serbien, Tschechien, die Ukraine und Zypern.
Bulgarien, Rumänien und Moldau kehren nach mehrjähriger Pause zurück auf die ESC-Bühne. Demgegenüber stehen fünf Länder, die den Wettbewerb aus Protest boykottieren: Spanien, Irland, Island, die Niederlande und Slowenien. Anlass ist das militärische Vorgehen Israels im Gazastreifen seit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023: Die EBU hatte Israels Teilnahme bei einer Sitzung nicht zur Abstimmung gestellt, was bei diesen Ländern für Kritik sorgte.
Fünf Länder boykottieren die Veranstaltung wegen der Teilnahme Israels
Bereits im Herbst drohten mehrere Rundfunkanstalten mit einem Rückzug. Der Schweizer ESC-Gewinner von 2024, Nemo, gab vor einigen Tagen sogar seinen Siegerpokal zurück. Auf Instagram schrieb der Künstler: „Es geht um die Tatsache, dass der Wettbewerb wiederholt dazu benutzt wurde, um das Image eines Staates aufzubessern, dem schweres Fehlverhalten vorgeworfen wird.“
Trotz der Proteste bleibt die EBU bei ihrer Linie. EBU-Direktor Martin Green sagte: „Der Song Contest bleibt ein Ort, an dem Stimmen, Kulturen, Sprachen und Musik miteinander verwoben sind. Ein Ort, an dem Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund zeigen können, dass eine bessere Welt möglich ist.“
ORF und EBU setzen auf Offenheit
Der ORF unterstreicht seine Gastgeberrolle. Executive Producer Michael Krön erklärte, dass man allen 35 teilnehmenden Sendern einen „herzlichen Empfang“ bereiten werde. In einem offenen Brief wandte sich Martin Green zudem an Fans und Kritiker: „Ich weiß, ihr habt starke Emotionen in Bezug auf das, was derzeit im Mittleren Osten geschieht.“ Die Entscheidung der aussteigenden Länder werde respektiert, man hoffe auf eine Rückkehr in der Zukunft.
Wien ist zum dritten Mal Austragungsort des Eurovision Song Contest – nach 1967 und 2015. Das große Finale findet am 16. Mai 2026 in der Wiener Stadthalle statt. Die beiden Halbfinale sind für den 12. und 14. Mai angesetzt. Wer in welchem Halbfinale startet, wird am 12. Jänner ausgelost.
Diese neuen Regeln gelten fürs ESC-Voting
Um die Abstimmung transparenter zu gestalten, hat die EBU mehrere Neuerungen beschlossen. Zuschauer:innen können künftig nur noch zehn statt 20 Stimmen pro Voting-Methode (Online, SMS oder Telefon) abgeben. Außerdem besteht jede Länderjury nun aus sieben Musikexpert:innen, von denen mindestens zwei zwischen 18 und 25 Jahre alt sein müssen. Sie müssen schriftlich bestätigen, dass sie unabhängig abstimmen werden.
Auch in den Halbfinalen dürfen die Jurys ab 2026 wieder mitvoten, erstmals seit 2022. Das Endergebnis setzt sich zu gleichen Teilen aus Jury- und Publikumsvoting zusammen. So sollen auch künstlerisch anspruchsvolle Beiträge bessere Chancen auf das Finale erhalten.
Wie komme ich zu Tickets für den ESC?
Der Vorverkauf für die erste Ticket-Tranche für die Shows in der Wiener Stadthalle startet am 13. Jänner 2026. Wer am Vorverkauf teilnehmen möchte, muss sich bis spätestens 18. Dezember 2025 auf eurovision.com registrieren.
Wer Österreich beim Heim-ESC vertreten wird, entscheidet sich am 20. Februar 2026 in der ORF-Show „Vienna Calling – Wer singt für Österreich?”. Zwölf Acts stehen dabei zur Auswahl, das Ergebnis bestimmen Jury und Publikum gemeinsam.

