Vor dem Hintergrund der geplanten Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Netflix fordert die konservative US-Organisation „Concerned Women for America“ (CWA) die Trump-Regierung dazu auf, besonders auf LGBTI-Inhalte in Netflix-Kinderprogrammen zu achten. Hintergrund ist ein Bericht der Organisation, dem zufolge 41 Prozent der als kindgerecht bewerteten Netflix-Sendungen queere Themen enthalten.
CWA-Präsidentin Penny Nance bezeichnete die Zahl gegenüber der „Washington Times“ als „schockierend“ und warnte vor einem „anti-kindlichen und anti-familiären Kurs“ des Streamingdienstes. „Mit der Übernahme wird Netflix zum dominierenden Anbieter – mit einem Angebot, dem viele Familien kaum ausweichen können, etwa wegen der beliebten Harry-Potter-Reihe“, sagte sie.
41 Prozent der untersuchten Sendungen mit queeren Inhalten
Dem Bericht „LGBTQ Messaging Pervasive in Netflix Children’s Programming“ zufolge enthalten sowohl 41 Prozent der empfohlenen Sendungen queere Inhalte. Unter diesen befinden sich demnach auch Figuren, die sich offen als lesbisch, schwul, bisexuell, transgender oder nicht-binär identifizieren.
Die Untersuchung erfasste 326 Serien. In den allgemein empfohlenen Sendungen wurden 18 Prozent der Inhalte als „explizit“ und 19 Prozent als „meta“ bezeichnet. Letzteres meint beispielsweise LGBTI-repräsentierte Familien in Reality-Formaten. In der Kategorie der für Kinder ab sieben Jahren geeigneten Programme lag der Anteil queerer Inhalte demnach bei 24 Prozent.
Forderung nach unabhängiger Eltern-Kommission
Penny Nance fordert, dass im Zuge der Übernahmeprüfung eine unabhängige Kommission eingesetzt wird, die die Interessen der Eltern vertritt. „Andernfalls kann Netflix seine unverantwortliche Haltung zur Inhaltsmoderation bei Kinderprogrammen weiter ausbauen“, empört sich Nance.
Einige Inhalte produziert Netflix selbst, andere werden zugekauft. Ein mit dem Unternehmen vertrauter Insider wies gegenüber der Presse darauf hin, dass Netflix über starke Jugendschutzfunktionen verfügt, die es Eltern ermöglichen, bestimmte Inhalte zu sperren.
Inhalte mit LGBTI-Themen haben zugenommen
Seit 2021 kooperiert Netflix mit der Annenberg School for Communication and Journalism der University of Southern California, um die Repräsentation marginalisierter Gruppen – darunter LGBTI-Personen – in eigenen Serien und Filmen zu analysieren und gezielt zu steigern.
Laut dem CWA-Bericht ist der Anteil von Kindersendungen mit solchen Inhalten bei Netflix seitdem deutlich gestiegen. Im Jahr 2023 erschienen demnach 14 neue Kinderformate mit solchen Themen, während es neun Formate ohne gab.
„Diese Gespräche über Sexualität und Geschlechtsidentität sind sensibel und gehören in die Familie“, fordert Nance. „Kein Elternteil will durch eine Zeichentrickserie dazu gezwungen werden, seinem Kind diese Themen vorzeitig zu erklären.“

