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Sparprogramm bei der Vienna Pride 2026: Förderung fast halbiert

Die Stadt Wien kürzt die Förderung für die Vienna Pride 2026 erheblich. Das hat konkrete Auswirkungen auf die Veranstaltung – und sorgt für deutliche Kritik von den Organisator:innen und der Opposition.

Die Vienna Pride 2026 muss in abgespeckter Form stattfinden. Grund dafür ist die drastische Kürzung der Fördermittel durch die Stadt Wien. Im Vergleich zum vorherigen Jahr wurde die finanzielle Unterstützung auf 350.000 Euro fast halbiert. Diese Entscheidung zwingt die Organisator:innen zu deutlichen Anpassungen des Programms.

Pride Village nur noch eintägig

Das Pride Village am Rathausplatz, das in den letzten Jahren bereits von einer Woche auf drei Tage gekürzt wurde, kann 2026 nur eintägig stattfinden – am Tag der Regenbogenparade. Die Vienna Pride startet am 30. Mai 20226 erstmals mit einem Community-Fest im Prater, das vom „Pride Run Vienna” abgerundet wird. 

Einen Tag zuvor findet die Vienna Pride Konferenz im Wiener Rathaus statt. Dort diskutieren Expert:innen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft aktuelle Herausforderungen der LGBTI-Community. Weitere Veranstaltungen, darunter zahlreiche Side Events in Wien, sollen von den Kürzungen weitgehend unberührt bleiben, hoffen die Organisator:innen.

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„Natürlich sind wir enttäuscht, dass die Stadt Wien bei der Menschenrechtsarbeit sparen muss und die Förderung für die Vienna Pride um fast 50 Prozent auf 350.000 Euro gekürzt wird – gerade, da die Vienna Pride der Stadt ein Vielfaches an Wertschöpfung durch Tourismus und Ähnliches wieder einspielt“, sagt Katharina Kacerovsky-Strobl, Geschäftsführerin der Stonewall GmbH und Veranstalterin der Vienna Pride.

HOSI Wien: „Kürzungen dürfen nicht zur Regel werden“

Auch Ann-Sophie Otte, die als Obfrau der HOSI Wien für die Organisation der Regenbogenparade verantwortlich ist, zeigt sich besorgt über die Reduktion der Fördermittel. „Dass die Stadt auch im Menschenrechtsbereich Förderungen kürzt, ist frustrierend“, sagt sie. Sie fordert zudem, dass andere zentrale Projekte, wie das Zentrum für Transmedizin, weiterhin konsequent umgesetzt werden.

„Gerade jetzt, da sich der Hass gegen LGBTIQ-Menschen verschärft, ist es entscheidend, dass wir mit allen Verbündeten eng zusammenstehen“, fügt Kacerovsky-Strobl hinzu. Sie betont zugleich: „Wir werden auch 2026 eine vielfältige und sichtbare Vienna Pride organisieren.“

NEOS-Vizebürgermeisterin will trotzdem „Regenbogenhauptstadt Wien“ hochhalten

Die Kürzungen erfolgen wegen der angespannten Haushaltslage. Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling (NEOS) möchte dennoch „die Sichtbarkeit der LGBTIQ-Community“ garantieren und „gemeinsam die Regenbogenhauptstadt Wien“ hochhalten: „Vielfalt, Respekt und das Recht, offen und selbstbestimmt zu leben, sind grundlegende Werte unserer Gesellschaft. Gerade in herausfordernden Zeiten ist es wichtig, die Solidarität und das Miteinander zu erhalten.“

Kritik an den Kürzungen kommt von den Grünen. Die Vienna Pride sei „Schutzraum, politisches Statement und internationales Aushängeschild für Wien“, meint David Stögmüller, LGBTIQ+-Sprecher der Partei: „Wer hier spart, spart am falschen Ort und schwächt jene, die ohnehin zunehmend unter Druck stehen.“

Regenbogenparade als politisches Signal

Der Höhepunkt der Vienna Pride bleibt wie gewohnt bestehen. Die Regenbogenparade findet am 13. Juni 2026 statt. Wie in den Vorjahren zieht sie entgegen der Fahrtrichtung über die Ringstraße und ist damit die größte Demonstration für Menschenrechte in Österreich. Die Veranstalter:innen rechnen mit über 300.000 Teilnehmenden.

Trotz geringerer Mittel bleibt die Vienna Pride stark in der Community verankert. Rund 200 Freiwillige werden auch 2026 wieder das Programm mitgestalten. Dabei werden sie vom Vienna Pride Advisory Board unterstützt.

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