HomeMedienStreaming„Stranger Things“: Noah Schnapp spricht über die emotionalste Szene der finalen Staffel

„Stranger Things“: Noah Schnapp spricht über die emotionalste Szene der finalen Staffel

In der letzten Staffel von „Stranger Things“ sorgt eine bestimmte Szene für besonders viel Aufmerksamkeit – nicht nur bei den Fans, sondern auch bei Hauptdarsteller Noah Schnapp.

Spoiler

Dieser Artikel enthält Details aus der fünften Staffel von „Stranger Things“.

Seit dem Start der fünften und letzten Staffel von „Stranger Things“ auf Netflix fiebern Fans weltweit mit. Nun sorgt eine Szene aus der siebten Episode für besonders viel Gesprächsstoff: Will Byers, gespielt von Noah Schnapp, outet sich gegenüber seinen Freunden – und setzt damit einen lang erwarteten Meilenstein in der Geschichte der Serie.

Ein Coming-out, das Jahre vorbereitet wurde

Bereits seit dem Serienstart im Jahr 2016 wird über die Sexualität von Will Byers spekuliert. In der ersten Staffel wird angedeutet, dass sein Vater ihn als „queer“ bezeichnet – ein damals abwertend gemeinter Begriff. Während seine Freunde erste Erfahrungen mit Mädchen sammeln, bleibt Will immer ein Außenseiter. 

Besonders in der dritten Staffel wird deutlich, dass er sich von seinen Freunden entfremdet fühlt. Mike wirft ihm damals vor, dass er „keine Mädchen möge“, was die Spekulationen der Fans weiter anheizte.

In der vierten Staffel erreicht die Handlung einen emotionalen Höhepunkt: Will versucht, seine Gefühle für Mike anzusprechen, bleibt dabei jedoch vage. Sein endgültiges Coming-out erfolgt nun in der fünften Staffel, Episode sieben mit dem Titel „The Bridge“. Darin gesteht Will seinen Freunden offen: „Ich mag keine Mädchen.“

Eine Szene mit großer persönlicher Bedeutung

Für Noah Schnapp war der Dreh dieser Szene ein tief emotionales Erlebnis. Der Schauspieler, der 2023 sein Coming-out hatte, berichtete im Interview mit dem Branchenmagazin Variety, dass er die Szene zwar erwartet, aber erst gegen Ende des Drehs erhalten habe. „Ich brach einfach in Tränen aus. Es war perfekt“, erinnert er sich.

Schnapp beschreibt die Dreharbeiten als intensiv: Das Team drehte zwei Mal zwölf Stunden an der Szene. Besonders eindrücklich sei dabei die Unterstützung der Co-Stars gewesen. Obwohl sie nicht im Bild waren, blieben sie am Set, um ihn zu unterstützen. „Das war wirklich etwas Besonderes“, so Schnapp. Die Szene wurde zu einem emotionalen Kraftakt – auch, weil sie so viele Zeilen enthielt wie keine andere zuvor für seine Figur.

Authentizität in den 1980er Jahren

Die gewählte Formulierung ist interessant: Will sagt nicht „Ich bin schwul“, sondern „Ich mag keine Mädchen“. Laut Schnapp war das eine bewusste Entscheidung, die an die Zeit, in der die Serie spielt, angepasst wurde. „Es ist schwer, das Wort ‚schwul‘ auszusprechen. In den 80ern war der Druck noch größer. Will hat es auf eine Art gesagt, die sich für ihn sicherer anfühlte“, so der Schauspieler gegenüber Variety.

Dabei hilft auch die Entwicklung seiner Figur in der fünften Staffel. Will entdeckt übernatürliche Fähigkeiten, ähnlich wie Eleven, und gewinnt dadurch neues Selbstbewusstsein. „Er ist nicht mehr nur das Opfer, sondern ein Held“, erklärt Schnapp. Diese neue Stärke habe es Will erleichtert, zu sich zu stehen.

Unterstützung am Set und persönliche Entwicklung

Noah Schnapp spricht auch über seine enge Verbindung zu Winona Ryder, die in der Serie seine Mutter Joyce spielt. „Sie wurde für mich fast wie eine echte Mutterfigur am Set“, erzählt er. Nach zehn Jahren gemeinsamer Arbeit sei der Abschied schwergefallen. Auch die Zusammenarbeit mit Maya Hawke (Robin) habe sich intensiviert. In der fünften Staffel agieren die beiden enger denn je, was sich auch auf ihre Beziehung außerhalb der Kamera ausgewirkt hat.

Inhaltlich spiegelt sich diese Entwicklung auch zwischen Will und Robin wider. In der Serie wird Robin zu einer Art Mentorin für Will. Obwohl sie selbst noch nicht vollständig geoutet ist, erkennt sie Wills Gefühle für Mike und macht ihm Mut. Später outet sich Will sogar noch vor ihr – ein symbolischer Schritt in seiner Entwicklung.

Emotionale Tiefe und neue Perspektiven

Für die Fans bedeutet diese Szene nicht nur die lang ersehnte Bestätigung, sondern auch einen Einblick in die Realität queerer Jugendlicher – damals wie heute. Das Coming-out kommt ohne große Inszenierung aus, wirkt zurückhaltend, aber ehrlich. Die Nähe zu Schnapps eigener Lebensgeschichte verleiht der Szene zusätzliche Authentizität.

Gleichzeitig verändert sich auch Wills Rolle innerhalb der Gruppe. Anstatt nur stiller Beobachter zu sein, tritt er nun in den Vordergrund und übernimmt Verantwortung – sowohl im Kampf gegen den Widersacher Vecna als auch in seinem eigenen Leben.

Wie geht es bei „Stranger Things“ weiter?

Mit der achten und letzten Folge, die am 1. Jänner 2026 erscheint, endet die Geschichte rund um die Jugendlichen aus Hawkins. Doch das „Stranger Things“-Universum lebt weiter: Für 2026 ist mit „Stranger Things: Tales from ’85“ eine Animationsserie angekündigt. Sie spielt zwischen der zweiten und dritten Staffel und bringt viele der bekannten Figuren zurück.

Bis dahin dürfte die Szene von Wills Coming-out noch lange in Erinnerung bleiben – als bewegender Moment einer Serie, die sich in vielen Schichten weiterentwickelt hat.

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