Die Datenbank der US-amerikanischen Consumer Product Safety Commission (CPSC) gewährt jedes Jahr bemerkenswerte, wenn auch teils schmerzhafte Einblicke in die Realität amerikanischer Notaufnahmen. So finden sich dort unzählige Berichte von Menschen, die mit ungewöhnlichen Fremdkörpern im Körperinneren Hilfe suchten.
Im Bereich der Harnröhre – konkret des Penis – entfernten Ärzt:innen unter anderem Batterien, Kerzenwachs, Schachfiguren, Glasperlen, Kugelschreiber, Stifte, Haarkämme, Apfelstiele und Apfelkerne. Auch Büromaterialien wie Büroklammern, Bleistifte, Magnete, Schrauben und sogar ein Kopfhörer wurden entfernt.
Rektale Missgeschicke: Von der Neugier zur Not-OP
Die Liste der Fremdkörper, die rektal eingeführt wurden, ist besonders lang – teils mit erstaunlich offener Begründung. So gab etwa ein Patient an, sich aus Neugier einen Baseball eingeführt zu haben, „um zu sehen, wie es sich anfühlt“. Ein anderer wollte seine Verstopfung lindern und steckte sich das Innenleben eines Barttrimmers, in ein Plastiksackerl gewickelt, in den Enddarm. Das Ergebnis: Er steckte fest.
Auffallend viele dieser Vorfälle ereigneten sich im Badezimmer. In zwei Einträgen wurden Shampoo-Flaschen erwähnt, die „versehentlich“ beim Duschen eingeführt wurden. In einem Fall sei es „aus Langeweile“ geschehen, im anderen sei die Person angeblich ausgerutscht.
Wenn die Party eskaliert – Alkohol und Sexspielzeug
Es gab mehrere Fälle, die im Zusammenhang mit Alkohol und Sex standen. So meldete ein Mann, dass seine Ehefrau ihm im betrunkenen Zustand ein Sexspielzeug rektal eingeführt habe, das sich später nicht mehr entfernen ließ. Eine andere Person suchte die Notaufnahme auf, weil ein kleiner Vibrator seit Tagen vibrierte – sie war sich nicht sicher, ob dieser überhaupt noch in ihrem Körper war.
Auch Versuche der Eigenhilfe scheiterten oft. So versuchte eine Person, einen Dildo mit einer Zange zu entfernen, doch auch das Werkzeug blieb stecken. In einem anderen Fall brach ein Butt Plug ab; der Partner wollte mit einer Pinzette helfen, aber auch diese verblieb im Rektum.
Von Sandalen bis Dildos in Übergröße
Die Bandbreite der in den Tiefen des Körpers gefundenen Gegenstände ist erstaunlich. Neben herkömmlichen Sexspielzeugen wurden unter anderem ein Dekanterstopfen, ein Türknauf, ein Stück einer Sandale, eine Taschenlampe, ein Vape-Pen und sogar eine Brille im Enddarm gefunden. Auch kreative Objekte wie ein „katzenförmiger Vibrator“, ein „Reise-Zahnbürstenhalter“ und eine „Maiskolben-Pfeife“ waren darunter.
Die Größe mancher Objekte erstaunte selbst erfahrene Notfallmediziner:innen. So wurden beispielsweise ein 18-Zoll-Dildo (ca. 46 cm) und sogar ein 24-Zoll-Dildo (ca. 61 cm) entdeckt. Auch mehrere Gegenstände auf einmal wurden entdeckt, darunter Murmeln, Schrauben, Nägel und ganze Spielzeugteile.
Daten zeigen die Vielfalt menschlicher Neugier
Die Berichte aus der Datenbank der CPSC zeigen, wie vielfältig menschliche Neugier sein kann – und welche Gefahren sie birgt. Oft sind die Notaufnahmen am Ende der einzige Weg, um die Folgen solcher Experimente zu beheben.
Sie veröffentlicht diese Daten, um Bewusstsein für Haushaltsunfälle – auch intimer Natur – zu schaffen. Die vollständige Liste ist öffentlich einsehbar und wird regelmäßig aktualisiert.

