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Tirol: Hohe Zahl an HIV-Spätdiagnosen

Das Zentrum für sexuelle Gesundheit Tirol warnt vor einem hohen Anteil späten HIV-Diagnosen. Besonders betroffen sind Menschen über 50, Heterosexuelle sowie Personen mit Migrationshintergrund. Mit gezielter Aufklärung und niedrigschwelligen Testangeboten will das Zentrum gegensteuern.

Im Jahr 2025 führte das Zentrum für sexuelle Gesundheit Tirol insgesamt 3.016 Tests auf sexuell übertragbare Krankheiten durch. Darunter befanden sich 1.112 HIV-Antikörper-Tests. Laut dem Leiter des Zentrums, Thomas Lechleitner, zeigt sich dabei ein alarmierender Trend: Rund 42 Prozent der positiv getesteten Personen zählen zu den „Late Presentern“. Das bedeutet, dass sie erst in einem fortgeschrittenen Stadium von ihrer Infektion erfahren.

„Gerade Menschen über 50, heterosexuelle Frauen und Männer sowie Personen, die nicht in Österreich geboren wurden, erhalten die Diagnose oft sehr spät“, erklärte Lechleitner dem ORF Tirol . Dies erschwert die Behandlung, erhöht die Gefahr von Folgeerkrankungen und die Ansteckungsgefahr für andere.

HIV bleibt oft lange unbemerkt

In Österreich leben derzeit schätzungsweise 9.000 Menschen mit HIV. Expert:innen gehen davon aus, dass 8 bis 10 Prozent dieser Personen nichts von ihrer Infektion wissen. Nur etwa ein Fünftel der HIV-positiven Menschen erhält die Diagnose innerhalb der ersten drei Jahre nach der Ansteckung. Dabei treten häufig auch andere Infektionen wie Hepatitis oder Sexuell übertragbare Krankheiten auf.

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Lechleitner rät deshalb zu regelmäßigen Tests, insbesondere bei häufig wechselnden Sexualpartner:innen. Er betont: „Früherkennung verbessert die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung und verringert die Übertragbarkeit.“

Aufklärungskampagnen für alle Altersgruppen

Um die Zahlen zu senken, setzt das Zentrum für sexuelle Gesundheit Tirol verstärkt auf Prävention. So wurde im November gemeinsam mit der Stadt Innsbruck der Schwerpunktmonat „Innsbruck Intim“ umgesetzt. Ziel der Kampagne war es, in allen Altersgruppen auf sexuelle Gesundheit aufmerksam zu machen. Neben Informationsveranstaltungen wurden auch kostenlose Testmöglichkeiten angeboten.

„Wir wollen mit niederschwelligen Angeboten möglichst viele Menschen erreichen“, sagt Lechleitner. Ein zentraler Punkt dabei ist, Berührungsängste und Stigmatisierung abzubauen.

Auch andere Geschlechtskrankheiten nehmen zu

Neben HIV beobachtet das Zentrum eine Zunahme anderer sexuell übertragbarer Infektionen. So treten Syphilis, Chlamydien und Gonorrhoe auch in Tirol wieder vermehrt auf. Besonders bei Jugendlichen zeigt sich einer aktuellen Studie zufolge ein sorgloser Umgang mit Schutzmaßnahmen: So gab ein Drittel der 15-Jährigen bei einer Umfrage an, bereits ungeschützten Geschlechtsverkehr gehabt zu haben.

Lechleitner warnt: „Es geht nicht nur um HIV. Auch andere Infektionen können schwerwiegende Folgen haben, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt werden.“ Für die sexuelle Gesundheit seien regelmäßige Testungen und gezielte Aufklärung entscheidend.

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