Kurz vor dem Jahreswechsel haben US-Behörden einen mutmaßlich islamistisch motivierten Terroranschlag im Bundesstaat North Carolina verhindert. Im Zentrum der Ermittlungen steht der 18-jährige US-Amerikaner Christian Sturdivant. Laut FBI plante er, gezielt Angehörige der LGBTI-Community sowie religiöse Minderheiten anzugreifen. Der Verdächtige wurde am 31. Dezember in Mint Hill, einem Vorort der Großstadt Charlotte, festgenommen.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft plante Sturdivant, in der Silvesternacht mit Messern und Hämmern Menschen in einem Supermarkt und einem Fast-Food-Restaurant in Mint Hill anzugreifen. Der junge Mann arbeitete zuletzt in einer Burger-King-Filiale. Ermittler gehen derzeit davon aus, dass er allein handelte.
Fokus auf LGBTI-Community
Besondere Aufmerksamkeit erregte die Tatsache, dass der Tatverdächtige seine Gewaltpläne gezielt gegen bestimmte Gruppen richtete. Laut FBI-Sonderermittler James Barnacle belegen sichergestellte Notizen und Chatverläufe, dass Sturdivant es unter anderem auf Menschen aus der LGBTI-Community abgesehen hatte. Auch Jüd:innen und Christ:innen seien als potenzielle Ziele genannt worden.
Laut Ermittlern soll Sturdivant seine Loyalität gegenüber dem sogenannten Islamischen Staat (IS) bekundet haben. In Gesprächen mit verdeckten FBI-Agenten, die sich online als IS-Anhänger ausgaben, erklärte er, er wolle „bald Dschihad machen”. Er habe sich als Märtyrer gesehen und offen über den Einsatz von Gewalt gesprochen, so die Staatsanwaltschaft.
Treueschwur auf den IS
Der 18-Jährige war den Behörden bereits seit 2022 bekannt. Damals hatte er als Minderjähriger Kontakt zu einem mutmaßlichen IS-Mitglied in Europa. In dieser Phase soll er versucht haben, einen Nachbarn mit einem Hammer und einem Messer anzugreifen. Sein Großvater konnte die Tat verhindern und brachte ihn nach Hause. In der Folge erhielt Sturdivant psychiatrische Betreuung und sein Zugang zu sozialen Medien wurde eingeschränkt.
Im Dezember des vergangenen Jahres registrierte das FBI erneut auffällige Online-Aktivitäten. Unter dem Nutzernamen „Abu Bakr Al Amriki“ veröffentlichte er zahlreiche extremistische Beiträge. Darunter waren Fotos von Schutzwesten und militärischer Ausrüstung sowie religiös motivierte Drohungen. Ein Beitrag vom 11. Dezember wurde von den Ermittlern als mögliches Signal für einen bevorstehenden Anschlag gewertet.
Waffen und detaillierte Pläne
Bei der Durchsuchung seines Zimmers fanden FBI-Beamte mehrere Messer, Hämmer sowie handschriftliche Aufzeichnungen. Laut Staatsanwalt Russ Ferguson enthielten diese konkrete Hinweise auf Ablauf und Ziel des geplanten Angriffs. Sturdivant wurde wegen des Versuchs, eine ausländische Terrororganisation materiell zu unterstützen, angeklagt. Ihm drohen bis zu 20 Jahre Haft.
Der Fall reiht sich in eine Serie vereitelter Anschlagspläne in den USA ein. Erst Mitte Dezember hatten Bundesbehörden in Kalifornien ebenfalls geplante Anschläge verhindert. Laut FBI habe für die Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt eine akute Gefahr bestanden.

