Ein ehemaliges Mitglied von Will Smiths aktueller Welttournee hat schwere Vorwürfe gegen den Hollywood-Star erhoben. Der Violinist Brian King Joseph, Finalist der 13. Staffel von „America’s Got Talent”, reichte Klage bei einem kalifornischen Gericht ein. In der 27-seitigen Klageschrift geht es um sexuelle Belästigung, unrechtmäßige Kündigung und Vergeltungsmaßnahmen.
Joseph war ursprünglich für Smiths Welttournee „Based on a True Story: 2025“ engagiert worden. Die Zusammenarbeit sollte seine Musikkarriere vorantreiben. Laut der Klage entwickelte sich die Tour jedoch zu einer „traumatischen Reihe von Ereignissen“.
Rätselhafter Vorfall im Hotelzimmer
Im Zentrum der Klage steht ein Vorfall im März 2025 in Las Vegas. Dort habe sich laut Joseph eine unbekannte Person unbefugt Zugang zu seinem Hotelzimmer verschafft.
In der Klage beschreibt der Musiker, dass er dort unter anderem eine Bierflasche, Tücher, einen Ohrring, HIV-Medikamente mit dem Namen einer fremden Person sowie Krankenhausdokumente fand. Besonders beunruhigt habe ihn eine handschriftliche Notiz mit den Worten „Ich bin bald zurück … nur wir“, die mit „Stone F.“ und einem Herzsymbol unterzeichnet war.
Zuvor hatte Smiths Management Josephs Tasche samt Zimmerschlüssel verloren. Der Musiker vermutet daher einen Zusammenhang zwischen dem Verlust und dem Einbruch in sein Zimmer. Die Klageschrift legt nahe, dass dies kein Einzelfall gewesen sei, sondern Teil eines größeren Musters.
„Du und ich haben eine so besondere Verbindung“
Joseph behauptet, Will Smith habe ihn bereits vor dem Vorfall gezielt emotional an sich gebunden. In der Klage wird ein angebliches Zitat des Schauspielers angeführt: „Du und ich haben eine so besondere Verbindung, die ich mit niemand anderem habe.“ Joseph wertet diese Äußerung als Versuch, ihn emotional und möglicherweise sexuell gefügig zu machen.
Nach dem Vorfall habe er das Hotelpersonal, eine Polizei-Hotline und Smiths Team informiert. Ein Mitglied des Tourmanagements habe ihn daraufhin bloßgestellt und mit der Kündigung bedroht.
Kündigung und psychische Folgen
Wenige Tage nach dem gemeldeten Vorfall wurde Joseph tatsächlich entlassen. Die Klage bezeichnet dies als gezielte Vergeltung. Ein Ersatzmusiker sei umgehend verpflichtet worden, was laut Joseph ein Versuch gewesen sei, den Vorgang zu vertuschen. In der Klage heißt es: „Die Umstände des Hoteleinbruchs deuten alle auf ein Muster räuberischen Verhaltens hin, nicht auf einen Einzelfall.“
Joseph gibt an, seitdem unter starkem emotionalem Stress zu leiden. Zudem habe er wirtschaftliche Verluste erlitten und müsse mit Rufschädigung sowie gesundheitlichen Folgen kämpfen, darunter eine posttraumatische Belastungsstörung. Er fordert Schadensersatz für die psychischen, finanziellen und beruflichen Schäden. Für die Tour habe er nach eigenen Angaben erhebliche Investitionen getätigt.
Kurz nach Bekanntwerden der Klage meldete sich Smiths Anwalt Allen Grodsky zu Wort. Gegenüber dem Hollywood Reporter bezeichnete er die Anschuldigungen als „falsch, unbegründet und rücksichtslos“. Weiter hieß es darin: „Diese Behauptungen werden kategorisch zurückgewiesen, und wir werden alle uns zur Verfügung stehenden rechtlichen Mittel nutzen, um gegen diese Vorwürfe vorzugehen und sicherzustellen, dass die Wahrheit ans Licht kommt.“
Frühere Spekulationen um Smiths Privatleben
Die aktuellen Vorwürfe werfen auch ein neues Licht auf ältere Gerüchte rund um Smiths Privatleben. Bereits im Jahr 2012 kursierten Berichte über eine angebliche Beziehung zwischen Smith und seinem Schauspielkollegen Duane Martin. Die Medien spekulierten damals über Schweigegeldzahlungen in Millionenhöhe.
Smith selbst inszenierte sich öffentlich stets als heterosexuell. Bereits in den 1990er-Jahren lehnte er es ab, in einem Film einen Mann zu küssen. Sein damaliger Kollege Ian McKellen kritisierte diese Haltung später offen als Ausdruck von Homophobie.
Auch wegen angeblich homophober Szenen in seinem Film „Hancock” wurde Smith in der Vergangenheit von queeren Organisationen kritisiert. Die neuen Vorwürfe sorgen nun erneut für Diskussionen – sowohl innerhalb der Unterhaltungsbranche als auch in der Öffentlichkeit.

