In Brasilien untersucht die Zivilpolizei des brasilianischen Bundesdistrikts (Polícia Civil do Distrito Federal, kurz PCDF) den gewaltsamen Tod des 32-jährigen Lehrers João Emmanuel Moura. Dieser wurde am frühen Morgen des 4. Januar leblos an einer Bushaltestelle entlang der Fernstraße DF-150, rund zwei Kilometer außerhalb des Stadtteils Sobradinho II im Großraum Brasília, entdeckt.
Die Leiche wies deutliche Anzeichen massiver Gewalt auf, vor allem im Gesichts- und Kopfbereich. Die Ermittler vermuten, dass Moura überraschend und gezielt angegriffen wurde. Laut Polizei sind besonders die Verletzungen im Bereich der Augen und am Hinterkopf auffällig.
Über Grindr in eine Falle gelockt?
Nach bisherigen Ermittlungen könnte Moura über die Dating-App Grindr in eine Falle gelockt worden sein. Über die vor allem an schwule und bisexuelle Männer gerichtete Plattform soll der Lehrer Kontakt zu einer Person gehabt haben, die ihn unter einem Vorwand an den Tatort brachte.
Das Mobiltelefon des Opfers wurde sichergestellt. Die Polizei wertet derzeit Chatverläufe mit mehreren Männern aus, mit denen Moura zuletzt in Kontakt stand. Diese Personen gelten nun als potenzielle Tatverdächtige.
Trauer an der Schule
João Emmanuel Moura war Lehrer am Instituto São José, einer privaten Bildungseinrichtung in Sobradinho. Die Schule veröffentlichte eine Stellungnahme, in der sie sich bestürzt über den Tod ihres Mitarbeiters zeigt.
„Er war nicht nur ein engagierter Pädagoge, sondern auch eine inspirierende Persönlichkeit, die unsere Schule und das Leben unserer Schüler:innen tief geprägt hat“, heißt es in der Mitteilung. Die Schulleitung sprach der Familie und dem Umfeld Mouras ihr Mitgefühl aus.
Verbindung zur Lokalpolitik
Der Verstorbene stammte aus dem nordöstlichen Bundesstaat Piauí. Er war der Sohn von George Moura, dem stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Isaías Coelho.
Auch von offizieller Seite wurde Trauer bekundet. So erklärte der Bürgermeister der Stadt, Waldemar Mauriz Filho, in einem öffentlichen Statement: „In diesem Moment tiefster Trauer stehen wir den Angehörigen und Freunden bei. Wir bitten Gott um Kraft und Trost, um diesen schweren Verlust zu ertragen.“
Zuständig für den Fall ist die 35. Polizeidienststelle in Sobradinho. Die Polizei konzentriert sich bei den Ermittlungen insbesondere auf die digitalen Spuren im Umfeld des Opfers.

