In Kärnten wurden im Jahr 2024 insgesamt 22 neue HIV-Fälle registriert, das sind sechs mehr als im Jahr davor. Auch bei anderen sexuell übertragbaren Infektionen ist ein klarer Anstieg zu verzeichnen. So wurden EU-weit laut aktuellen Daten im Jahr 2023 rund 100.000 Fälle von Gonorrhoe gemeldet, was einem Zuwachs von 31 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Checkpoint Klagenfurt wird erweitert
Deshalb soll das Angebot nun erweitert werden. Der Checkpoint Sexuelle Gesundheit bietet in der Bahnhofstraße in Klagenfurt bereits seit Jahren kostenlose und anonyme Beratung sowie Diagnostik an. Nun soll das Angebot entscheidend erweitert werden. „Künftig wird es hier auch Therapien geben“, so Prettner gegenüber dem ORF Kärnten : „Das ist ein großer Schritt. Der Checkpoint wird vollumfänglich in das Gesundheitssystem eingebunden.“
Bisher mussten Personen mit einem positiven Testergebnis zur weiteren Behandlung ins Klinikum Klagenfurt überwiesen werden. Das führte oft dazu, dass notwendige Therapien gar nicht erst begonnen oder frühzeitig abgebrochen wurden. Mit dem Ausbau des Checkpoints soll die Hürde für Betroffene deutlich gesenkt werden. „Unser Ziel ist es, dass niemand aus Angst oder Scham auf eine Behandlung verzichtet“, so Prettner.
Mehr als 2.000 zusätzliche Kontakte pro Jahr
Für die erweiterten Leistungen sind zwei Öffnungstage pro Woche vorgesehen. So sind mehr als 2.000 Kontakte pro Jahr geplant. Die Finanzierung erfolgt über eine Kooperation zwischen dem Kärntner Gesundheitsfonds und der Sozialversicherung.
Die Mittel fließen in den Umbau des Standorts sowie in die Einstellung von ärztlichem und zusätzlichem Fachpersonal. Eine erste Projekt-Evaluation ist nach drei Jahren vorgesehen.
Fokus auf Prävention in Schulen
Ein zentraler Bestandteil der Arbeit des Checkpoints bleibt die Prävention, insbesondere bei jungen Menschen. Günter Nagele, der Geschäftsführer der Einrichtung, verweist auf mehr als 300 Workshops, die jährlich in Schulen in ganz Kärnten durchgeführt werden. „Ein ganz großes Ziel jedes Workshops ist es, Jugendlichen klarzumachen: Sexualität ist Teil meiner Gesundheit“, erklärt Nagele dem ORF Kärnten.
Über die Website des Checkpoints können junge Menschen seit Kurzem auch rund um die Uhr einen anonymen Chat nutzen. Damit sollen Hemmschwellen abgebaut und ein schneller Zugang zu Informationen und Unterstützung ermöglicht werden.
Im letzten Jahr wurden am Checkpoint 1.120 Personen beraten und getestet. Insgesamt gab es knapp 2.800 persönliche Beratungskontakte.

