Die Wiener Szene verliert eine weitere Institution: Die Mango Bar, die älteste noch bestehende Gay-Bar der Stadt, hat geschlossen. Deren Inhaber David Karner bestätigte gegenüber GGG.at das Aus des Lokals in der Laimgrubengasse.
Schließung mit schwerem Herzen
Die Mango Bar war über Jahrzehnte hinweg ein fester Bestandteil der Wiener Szene. Sie bot nicht nur Drinks und Musik, sondern auch einen geschützten Raum für queere Menschen. „Es tut mir von Herzen leid, die älteste Gay-Bar der Stadt schließen zu müssen“, so Karner.
Die Gründe für den Verkauf der Bar sind vielfältig – wirtschaftliche Faktoren spielten dabei eine zentrale Rolle. Laut Karner brach der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 55 Prozent ein. Hinzu kamen persönliche Belastungen: „Ich habe Anfeindungen und Morddrohungen erhalten, weil die Bar geschlossen ist.“
Aus der Szene heißt es, dass die Bar von einem neuen Gastronomen übernommen wurde. Dieser habe das Lokal günstig erworben und plane nun ein völlig anderes Konzept, das offenbar keinen LGBTI-Bezug mehr aufweise. Offizielle Stellungnahmen dazu gibt es derzeit nicht. Eines scheint jedoch klar: Als Rückzugsort für die queere Community ist die Location verloren.
Auch Felixx Bar vor dem Aus
Die Mango Bar ist nicht das einzige Lokal, das schließt oder vor dem Aus steht. Nach Informationen von GGG.at soll Ende Jänner auch die Felixx Bar in der Gumpendorfer Straße schließen. Eine Stellungnahme der Betreiber wurde angefragt.
Bereits im Oktober 2025 traf es ein weiteres Szenelokal: Die Kiss Bar in der Luftbadgasse machte nach fast zehn Jahren Betrieb dicht. Einer der Gründe dafür waren gesundheitliche Probleme des Betreibers. Auch hier fiel eine langjährige Adresse der queeren Community weg.
Pandemie-Folgen und hohe Kosten setzen Szene zu
Das Szenesterben in Wien wird damit immer deutlicher. Viele Betreiber nennen die langfristigen Auswirkungen der Corona-Pandemie, gestiegene Energiepreise und Mietkosten sowie einen generellen Rückgang der Ausgehfrequenz als Ursachen.
Besonders kleinere Lokale leiden unter diesen Entwicklungen – doch die aktuellen Ereignisse zeigen: Auch die Fixsterne der queeren Gastronomie sind vor einem Ende nicht gefeit. Fest steht nur: Ein Ende dieser Entwicklung ist aktuell nicht in Sicht.

