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Hormontherapie senkt Suizidgedanken bei trans Jugendlichen deutlich

Eine neue US-Studie mit über 400 Teilnehmenden zeigt: Trans Jugendliche, die eine Hormontherapie erhalten, berichten über deutlich weniger Suizidgedanken. Fachleute sehen darin weitere Belege für die Wirksamkeit geschlechtsangleichender medizinischer Maßnahmen.

Im Februar 2026 erscheint im Journal of Pediatrics eine neue Studie, die den Einfluss einer Hormontherapie (HT) auf die Suizidalität von trans- und nicht-binären Jugendlichen untersucht hat. Die retrospektive Analyse basiert auf Daten von 432 jungen Menschen im Alter zwischen 12 und 20 Jahren, die in einer spezialisierten Klinik im Mittleren Westen der USA behandelt wurden.

Alle Patient:innen erhielten eine Hormontherapie, einige von ihnen hatten zuvor bereits Pubertätsblocker bekommen. Die meisten befanden sich mindestens ein Jahr lang in Behandlung, manche sogar bis zu fünf Jahre. Mithilfe der standardisierten „Ask Suicide-Screening Questions” (ASQ) sollte festgestellt werden, ob sich die Tendenz zu suizidalem Verhalten während der Behandlung veränderte.

Deutlicher Rückgang bei Suizidgedanken festgestellt

Die Ergebnisse zeigen einen klaren Trend: Bei einem erheblichen Teil der Teilnehmenden nahm die Neigung zu suizidalem Verhalten nach Beginn der Hormontherapie ab. Laut dem ASQ zeigten 18,5 Prozent einen Rückgang suizidaler Gedanken. Bei 75,5 Prozent war die Suizidalität sowohl vor als auch nach der Behandlung gleich null. Nur 1,4 Prozent hatten gleichbleibend erhöhte Werte.

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Lediglich 4,6 Prozent der Teilnehmenden wiesen über den Behandlungsverlauf hinweg eine Zunahme suizidaler Gedanken auf. Die Forschenden werten diese Fälle jedoch differenziert. So könnten individuelle psychische Belastungen oder andere Umweltfaktoren eine Rolle gespielt haben, nicht zwingend die Hormontherapie selbst.

Frühere Pubertätsblocker wirken sich positiv aus

Ein weiteres Ergebnis: Bei Jugendlichen, die bereits vor Beginn der Hormontherapie Pubertätsblocker erhalten hatten, wurde zu Behandlungsbeginn eine geringere Tendenz zu Suizid als bei anderen festgestellt. Die Studie zeigt somit, dass frühe medizinische Interventionen möglicherweise präventiv wirken können.

In der Zusammenfassung der Studie heißt es: „Diese Ergebnisse bestätigen, dass eine rechtzeitige medizinische Behandlung einen klaren, positiven Einfluss auf das psychische Wohlbefinden junger trans Menschen hat.“

Fachleute betonen ethische Grenzen bei Studien mit Kontrollgruppen

Die Forderung nach randomisierten Kontrollstudien, also Studien mit Vergleichsgruppen ohne Behandlung, lehnen die Forschenden ab. Solche Studien seien bei Jugendlichen mit Geschlechtsdysphorie „ethisch und praktisch nicht durchführbar“. Es sei nicht vertretbar, einer leidenden Person medizinisch empfohlene Hilfe vorzuenthalten, nur um wissenschaftlich saubere Vergleichsdaten zu gewinnen.

Wichtiger seien Beobachtungsstudien wie diese, um die realen Auswirkungen medizinischer Behandlungen im Alltag zu bewerten. Diese Methode ist in der Medizin etabliert, insbesondere wenn eine Randomisierung unethisch oder unmöglich ist.

Zusätzliche Studien bestätigen die Ergebnisse

Weitere Untersuchungen aus den Jahren 2024 und 2025 kommen zu ähnlichen Ergebnissen. So gaben etwa 97 Prozent der unter 18-jährigen Befragten in einer US-Studie an, mit der Behandlung hochzufrieden zu sein. Die Regret-Raten, also das spätere Bedauern der medizinischen Schritte, lagen deutlich unter denen anderer medizinischer Eingriffe wie Knieoperationen oder Brustvergrößerungen.

Dennoch verbieten inzwischen über 27 US-Bundesstaaten in unterschiedlichem Ausmaß den Zugang zu geschlechtsangleichender Versorgung für Minderjährige. Auch in Großbritannien sind Pubertätsblocker für trans Jugendliche verboten, für cis Jugendliche sind sie jedoch weiterhin erhältlich.

Organisationen wie The Trevor Project, die sich für die Suizidprävention unter queeren Jugendlichen einsetzen, warnen vor den Folgen dieser politischen Eingriffe. „Die psychische Gesundheit junger trans Menschen leidet massiv unter diesen Verboten“, heißt es vonseiten der Organisation.

Wichtige Information

Wenn Sie selbst depressive oder ähnliche Gedanken haben, gibt es Hilfe: Kontaktieren Sie bitte in Österreich umgehend die Telefonseelsorge unter http://www.telefonseelsorge.at/ oder der Rufnummer 142.
In Deutschland ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr unter der Telefonnummer (0800) 1110111 erreichbar. In der Schweiz ist die „Dargebotene Hand“ unter der Rufnummer 143 erreichbar.

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