Mit dem Aus der Felixx Bar verliert Wien ein weiteres traditionsreiches Szenelokal. Nach 22 Jahren schließt die bekannte Gay-Bar in der Gumpendorfer Straße mit Monatsende endgültig ihre Türen. Besitzer Ricky Zanella, eine feste Größe in der Wiener Community, zieht sich damit weiter schrittweise aus dem Gastronomiegeschäft zurück.
Rückzug nach mehr als zwei Jahrzehnten
Der neue Betreiber, ein gastronomischer Quereinsteiger, möchte der Location mit einem italienischen Apéro-Bar-Konzept neues Leben einhauchen. Zwar steht die queere Community dann nicht mehr im Mittelpunkt, doch auch die derzeitigen Gäste sollen im neuen Lokal willkommen sein. Eine völlige Entfremdung vom bisherigen Geist der Bar ist also nicht geplant. „Ich bin froh, dass es in guten Händen ist“, sagt Zanella gegenüber GGG.at.
Zanella, der auch die Kult-Disco „Why Not“ am Tiefen Graben betreibt, will sich aber (noch) nicht ganz von der Szene verabschieden. Einige der beliebtesten Formate der Bar, wie die Schlagerparty „Pigalle“, werden künftig im „Why Not“ weitergeführt.
Verlust an queeren Lokalen in schwierigen Zeiten
Die Schließung des Felixx reiht sich in eine Reihe von Abschieden aus der queeren Gastronomie Wiens ein. Erst kürzlich schloss die Mango Bar, Wiens älteste noch aktive Gay-Bar, endgültig ihre Türen. Auch die Kisss Bar in der Luftbadgasse hat im Oktober 2025 ihren Betrieb eingestellt. Branchenkenner sprechen in Wien von einem Szenesterben.
Der Rückgang betrifft dabei nicht nur queere Lokale, sondern die gesamte Nachtgastronomie. Steigende Betriebskosten, Personalmangel und ein verändertes Ausgehverhalten seit der Corona-Pandemie setzen vielen Betrieben zu. Besonders Treffpunkte mit langjähriger Geschichte verschwinden zunehmend aus dem Stadtbild.
Mit der Schließung des Felixx endet nun eine Ära. Mehr als zwei Jahrzehnte lang war die Bar ein beliebter Treffpunkt für queere Menschen in Wien mit gemütlichem Flair, regelmäßigen Events und einer treuen Stammkundschaft. In wenigen Wochen wird nur noch die Erinnerung an großartige Zeiten bleiben.

