HomePolitikInternational„LGBT-Propaganda“: Christliche Extremisten fordern Verbot von "Heated Rivalry"

„LGBT-Propaganda“: Christliche Extremisten fordern Verbot von „Heated Rivalry“

Die russische Organisation "Sorok Sorokov" sieht in der Serie "Heated Rivalry" eine Verherrlichung von Homosexualität und will rechtlich gegen die Verbreitung vorgehen.

Die fundamentalistisch-orthodoxe Organisation Sorok Sorokov hat rechtliche Schritte gegen die kanadische Fernsehserie „Heated Rivalry“ in Russland angekündigt. Dies berichtet das oppositionelle Newsportal Novaya Gazeta . Die Gruppe fordert ein Verbot der Serie auf russischen Streamingdiensten und will sich an die Generalstaatsanwaltschaft sowie an die Medienaufsichtsbehörde Roskomnadzor wenden.

„’Heated Rivalry‘ ist eine kanadische Serie, in der die Hauptfiguren offen Päderastie propagieren“, sagte der Vorsitzende der Organisation, Georgi Soldatow, am Freitag dem russischen Nachrichtenportal Abzats Media. „Es ist kaum vorstellbar, wie diese Serie überhaupt auf russischen Plattformen erscheinen konnte.“

Serie im Fokus wegen gleichgeschlechtlicher Liebesgeschichte

Die international erfolgreiche Serie erzählt die Geschichte zweier rivalisierender Eishockeyspieler, von denen einer Russe ist. Im Mittelpunkt steht eine gleichgeschlechtliche Liebesbeziehung, ein Thema, das in Russland zunehmend unter Druck gerät.

Laut Soldatow ist die Serie „voll von Sodomie-Szenen“. Er verband seine Kritik mit demografischen Sorgen: „Russland hat bereits eine höhere Sterblichkeitsrate als Geburtenrate und trotzdem zeigen wir unserer Jugend die Propaganda unnatürlicher Ausschweifung.“

Forderung nach Strafverfolgung von Streamingplattformen

Sorok Sorokov plant nicht nur, die Absetzung der Serie „Heated Rivalry” zu beantragen, sondern fordert auch Konsequenzen für Streamingdienste, die die Serie weiterhin zeigen. „Wir werden verlangen, dass die Generalstaatsanwaltschaft und Roskomnadzor alle Plattformen bestrafen, die ‚Heated Rivalry‘ nicht umgehend entfernen“, so Soldatow weiter.

In Russland ist die gesetzliche Lage für die Darstellung von Homosexualität in den Medien besonders restriktiv. Im Dezember 2023 stufte das oberste Gericht des Landes die internationale LGBT-Bewegung als „extremistische Organisation“ ein und verbot jegliche öffentliche Darstellung von Homosexualität. Bereits ein Jahr zuvor hatte die Staatsduma ein Gesetz ausgeweitet, das „LGBT-Propaganda“ auch für Erwachsene verbietet.

Auswirkungen auf LGBT-Community in Russland

Seit dem Inkrafttreten der restriktiveren Gesetzgebung kommt es vermehrt zu Verfolgungen von LGBT-Personen. Viele queere Bars und Treffpunkte mussten schließen oder sind in den Untergrund abgewandert. Selbst scheinbar harmlose Handlungen wie die Verwendung von Regenbogen-Emojis oder das Zeigen von Friedensfahnen können mittlerweile strafrechtlich verfolgt werden.

Wie Roskomnadzor oder die Generalstaatsanwaltschaft auf die Forderungen von Sorok Sorokov reagieren werden, ist bislang nicht bekannt. „Heated Rivalry” ist weiterhin auf einigen russischen Streaming-Plattformen abrufbar.

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