HomePolitikInternationalUS Supreme Court prüft Verbote für trans Athletinnen in Schulsportteams

US Supreme Court prüft Verbote für trans Athletinnen in Schulsportteams

Konservative Mehrheit signalisiert Zustimmung zu transfeindlichen Gesetzen aus West Virginia und Idaho.

Der Oberste Gerichtshof der USA, in dem die Konservativen die Mehrheit stellen, scheint geneigt zu sein, zwei umstrittene Gesetze aus West Virginia und Idaho zu bestätigen. Diese verbieten trans Mädchen und Frauen die Teilnahme an Sportteams, die für Mädchen und Frauen reserviert sind.

Das Urteil in diesen Fällen könnte Signalwirkung für die 25 weiteren US-Bundesstaaten haben, die ähnliche Regelungen eingeführt haben. Insbesondere Schülerinnen und Studentinnen, die an schulischen und universitären Wettkämpfen teilnehmen, wären betroffen.

Politisch heiß diskutiert, praktisch selten

Obwohl der Anteil trans Athletinnen in den USA äußerst gering ist, gemessen an den Millionen Mädchen und Frauen, die regelmäßig Sport treiben, ist das Thema in der Politik auf Bundes- und Landesebene zu einem zentralen Streitpunkt geworden. Konservative Kräfte sehen in den Gesetzen einen Schutz für den Frauensport, während Kritiker:innen Diskriminierung anprangern.

„Das ist eine Frage der Fairness“, sagte ein Sprecher der Regierung von West Virginia. „Wir schützen den Wettbewerb im Mädchensport, wie es auch die Mehrheit unserer Wähler:innen fordert.“

Unterstützung von Donald Trump

Donald Trump hat sich in der Vergangenheit wiederholt gegen die Integration von trans Mädchen und Frauen im Schulsport ausgesprochen. Bereits im Februar forderte er, Bundesmittel für Schulen zu streichen, die trans Athletinnen in Mädchenteams aufnehmen.

Auch in den aktuellen Verfahren bezieht Trump klar Stellung: Die juristische Vertretung seiner Regierung unterstützt die Bundesstaaten Idaho und West Virginia aktiv dabei, ihre Gesetze vor dem Supreme Court zu verteidigen.

Zwei Schülerinnen im Mittelpunkt

In West Virginia hat eine Schülerin das Gesetz angefochten, um an ihrer Mittelschule am Crosslauf-Team für Mädchen teilnehmen zu dürfen. In Idaho wehrt sich eine Studentin gegen das Verbot, im Track- und Cross-Country-Team ihrer Universität mitzulaufen. Beide jungen Frauen bezeichnen sich als trans und kämpfen seit Jahren für das Recht, mit Gleichaltrigen ihres Geschlechts Sport zu treiben.

Ein Anwalt einer der Klägerinnen erklärte: „Diese Gesetze schließen junge Menschen allein aufgrund ihrer Identität vom Sport aus – das ist nicht nur ungerecht, sondern auch verfassungswidrig.“

Historische Entscheidung des Gerichts erwartet

Bislang hat sich der Oberste Gerichtshof nicht inhaltlich mit der rechtlichen Lage von trans Athletinnen im Schulsport beschäftigt. Zwar fällte das Gericht im Juni ein Urteil, das ein Gesetz aus Tennessee bestätigte und bestimmte medizinische Behandlungen für trans Jugendliche untersagte. Der Bereich des Sports wurde jedoch nicht behandelt.

Ein früheres Urteil aus dem Jahr 2020 hatte trans und homosexuelle Menschen noch vor Diskriminierung am Arbeitsplatz geschützt. Die Entscheidung in den aktuellen Verfahren könnte somit weitreichende Folgen für die Auslegung von Gleichbehandlungsrechten in anderen gesellschaftlichen Bereichen haben.

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