HomePolitikInlandKostenlose STI-Tests für Studierende: ÖH und Aidshilfen setzen Zusammenarbeit fort

Kostenlose STI-Tests für Studierende: ÖH und Aidshilfen setzen Zusammenarbeit fort

Trotz steigender Infektionszahlen sind Tests auf sexuell übertragbare Krankheiten oft teuer. Eine Kooperation zwischen ÖH und den AIDS-Hilfen schafft nun erneut kostenlose Angebote für Studierende in ganz Österreich.

Sexuell übertragbare Infektionen (STI) nehmen europaweit zu, insbesondere unter jungen Menschen. Während HIV-Tests in Österreich kostenlos verfügbar sind, müssen andere Untersuchungen, beispielsweise auf Syphilis, Chlamydien oder Tripper, meist selbst bezahlt werden. Für viele Studierende bedeutet das eine finanzielle Belastung, die eine frühzeitige Diagnose und Behandlung erschwert.

Neue Gratis-Test-Gutscheine für Studierende

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, startet die Österreichische Hochschüler_innenschaft (ÖH) in Kooperation mit den AIDS-Hilfen Österreichs erneut ein landesweites Angebot für kostenlose STI-Tests. Studierende können über den ÖH-Onlineshop Gutscheine bestellen und diese anonym in teilnehmenden Testeinrichtungen einlösen.

„Kein Mensch sollte zwischen seiner Gesundheit und seinem Kontostand wählen müssen”, sagt Selina Wienerroither (VSStÖ) aus dem ÖH-Vorsitzteam. Sie betont, dass sexuelle Gesundheit kein Randthema ist: „Sie betrifft uns alle.“

Gesundheitspolitische Maßnahmen im Fokus

Mit dem Testangebot setzt die ÖH ein weiteres Zeichen in ihrer gesundheitspolitischen Arbeit. Bereits im Jahr 2024 konnte sie gemeinsam mit der Bundesjugendvertretung und der Initiative „HPV-Impfung jetzt!“ eine kostenlose HPV-Impfung bis zum Alter von 30 Jahren durchsetzen und das Programm sogar verlängern. Auch psychotherapeutische Beratung bietet die ÖH über ihre Helpline kostenfrei an.

„Am Ziel sind wir damit aber noch lange nicht”, erklärt Viktoria Kudrna (GRAS) vom ÖH-Vorsitzteam. Sie fordert eine strukturelle Verankerung der STI-Vorsorge in der öffentlichen Gesundheitsversorgung: „Gesundheitsvorsorge darf keine Frage des Geldes sein.“

AIDS-Hilfen begrüßen Fortsetzung des Programms

Auch Andrea Brunner, Geschäftsführerin der Aids-Hilfe Wien, sieht die Initiative als wichtigen Schritt: „Sexuelle Gesundheit ist kein Luxus, sondern ein Grundrecht. Gerade für junge Menschen und Studierende muss der Zugang zu Tests und Beratung einfach, anonym und kostenlos möglich sein.“

Das Programm ermögliche einen niederschwelligen Zugang zur Gesundheitsvorsorge. Es ist bereits das zweite Mal, dass die ÖH und die AIDS-Hilfen in dieser Form zusammenarbeiten. Das Ziel besteht darin, Barrieren abzubauen und das Bewusstsein für sexuelle Gesundheit zu stärken – unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder Einkommen.

Forderung nach politischer Verantwortung

Umut Ovat (VSStÖ) aus dem ÖH-Vorsitzteam betont jedoch, dass langfristig die Politik handeln müsse: „Die Politik trägt die Verantwortung, sexuelle Gesundheitsvorsorge als Teil öffentlicher Daseinsvorsorge für alle Menschen sicherzustellen.“

Die ÖH sieht ihre Rolle darin, Druck zu machen und Lücken in der Gesundheitsversorgung aufzuzeigen. Das kostenlose STI-Testprogramm versteht sie dabei als wichtigen Baustein, jedoch nicht als Endpunkt der Entwicklung.

Mehr News