HomeSportOlympiaGus Kenworthy kehrt zu den Olympischen Winterspielen zurück

Gus Kenworthy kehrt zu den Olympischen Winterspielen zurück

Gus Kenworthy ist zurück auf der ganz großen Bühne: Der 34-jährige Freestyle-Skifahrer wurde offiziell in das britische Olympia-Team für die Winterspiele 2026 in Mailand berufen. Team-GB-Cheftrainer Pat Sharples teilte ihm diese Entscheidung am 19. Januar in einem Telefonat mit, das Kenworthy anschließend auf Instagram teilte.

„Ich wollte der Erste sein, der dir gratuliert“

„Ich wollte der Erste sein, der dir gratuliert“, sagte Sharples in dem Video. „Du bekommst noch den offiziellen Brief, aber ich wollte dir das persönlich sagen. Ich habe gesagt, dass nur du das in der kurzen Zeit schaffen kannst – und du hast es geschafft. Nicht halbherzig. Du hast es durchgezogen. Herzlichen Glückwunsch.“

Kenworthy, der 2022 seinen Rücktritt vom Profisport erklärt hatte, reagierte mit einem breiten Lächeln und den Worten: „Ich bin so aufgeregt und freue mich darauf, dich öfter zu sehen.“

Beeindruckende Rückkehr nach dem Karriereende

Kenworthy hatte sich nach den Winterspielen 2022 in Peking eigentlich vom Wettkampfsport zurückgezogen. Damals war er bei seinen ersten beiden Halfpipe-Runs gestürzt und belegte schließlich mit 71,25 Punkten den achten Platz. „Mein letzter Auftritt. Mein Schwanengesang. Ich bin fertig, ich trete nicht mehr an“, sagte er in einem Interview.

Danach konzentrierte er sich auf andere Projekte, etwa auf seine Schauspielkarriere mit einer Rolle in „American Horror Story“. Doch im Mai 2023 erklärte er im Gespräch mit dem US-Sportsender ESPN, dass er den Sport vermisse und es noch einmal versuchen wolle: „Ich habe erkannt, dass ich das Skifahren vermisse, und ich möchte wirklich wieder antreten.“

Schwieriger Weg zurück in die Weltspitze

Kenworthy feierte sein Comeback im Dezember 2023 und absolvierte innerhalb weniger Wochen Weltcup-Starts in China, den USA und Kanada. Beim Grand Prix in Copper Mountain belegte er im Finale den vierten Platz. Beim US Grand Prix in Aspen wurde er Achter. Damit arbeitete er sich zurück unter die Top Ten der Weltrangliste.

Besonders bemerkenswert ist, dass Kenworthy seine Rückkehr aus eigener Tasche finanzierte. Im Interview mit ESPN erklärte er, dass Team GB „null Budget“ für ihn habe. Reisekosten, Trainerhonorare und Trainingslager bezahlte er selbst. „Ich fühle mich ziemlich gut, was meine Chancen angeht – wenn ich gesund bleibe“, sagte er damals.

Von der Medaille zum Vorbild

Kenworthy wurde 1991 in Chelmsford (England) geboren und wuchs ab seinem zweiten Lebensjahr im US-Bundesstaat Colorado auf. 2014 gewann er in Sotschi Silber im Slopestyle für die USA. Ab 2018 startete er für Großbritannien, um seiner britischen Mutter Ehre zu erweisen.

Nach seinem Coming-out im Jahr 2015 avancierte er zu einer der bekanntesten queeren Stimmen im internationalen Sport. 2018 ging ein Kuss mit seinem damaligen Partner, dem Schauspieler Matthew Wilkas, vor dem Startlauf bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang um die Welt.

In einem Interview mit der britischen Vogue erklärte Kenworthy im Jahr 2023: „Im Sport herrscht oft ein Macho-Gehabe. Viele schwule Männer hören deswegen mit dem Sport auf. Ich habe so viele getroffen, die auf dem Weg zu Olympia oder in die NFL waren und dann einfach aufgehört haben. Sie haben sich nicht sicher gefühlt, nicht willkommen. Deshalb ist es wichtig, darüber zu sprechen.“

Unterstützung aus Sport und Community

Die Nachricht von Kenworthys Olympia-Nominierung löste breite Reaktionen aus. Snowboard-Olympiasiegerin Lindsey Vonn kommentierte knapp: „Hell yeah!“ Auch der Eiskunstläufer Lewis K. Gibson aus dem Team GB gratulierte mit den Worten: „See you there, doll.“ Adam Rippon, langjähriger Freund und ebenfalls queerer Olympionike, schrieb: „I love you! Let’s go!“

Kenworthy selbst wird in wenigen Tagen bei den X Games in Aspen antreten – als nächster Schritt in seiner intensiven Vorbereitung auf die Olympischen Winterspiele 2026, die vom 4. bis 22. Februar in Mailand und Cortina d’Ampezzo stattfinden werden.

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