HomeNewsChronikQueerfeindlicher Angriff in Kasseler Straßenbahn: Polizei bittet um Hinweise

Queerfeindlicher Angriff in Kasseler Straßenbahn: Polizei bittet um Hinweise

Am Sonntagabend ist es in einer Straßenbahn der Linie 7 in Kassel zu einem queerfeindlich motivierten Angriff gekommen. Drei bislang unbekannte Jugendliche beleidigten zwei junge Männer mit Worten und Gesten, bespuckten sie und drohten ihnen mit Gewalt. Der Staatsschutz des Polizeipräsidiums Nordhessen hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht nun nach Zeug:innen.

Zwischen Königsplatz und Weserspitze: Eskalation in der Tram

Wie eines der Opfer, ein 20-jähriger Mann, der Polizei schilderte, ereignete sich die Tat zwischen 19:40 Uhr und 20:00 Uhr auf der Strecke zwischen Königsplatz und Weserspitze. Er befand sich gemeinsam mit einem Begleiter in der Straßenbahn, als das Trio sie plötzlich mit homofeindlichen Beschimpfungen und obszönen Gesten anging.

Der 20-Jährige gab an, dass sie ruhig geblieben seien und die Jugendlichen aufgefordert hätten, sie in Ruhe zu lassen. Die Situation eskalierte jedoch weiter. An der Haltestelle Weserspitze sollen die drei Täter die beiden Männer beim Aussteigen bespuckt haben. Dabei habe ein Spritzer der Spucke die Hose des 20-Jährigen getroffen.

Dem Opfer zufolge drohten die Jugendlichen mit geballten Fäusten und schlugen von außen gegen die Scheibe der Straßenbahn, bevor diese weiterfuhr. Die Polizei geht deshalb von einem queerfeindlichen Motiv aus. Deshalb wurde die Kriminalinspektion Staatsschutz mit dem Fall betraut.

Täterbeschreibung: Drei Jugendliche in auffälliger Kleidung

Die Verdächtigen sind etwa 16 Jahre alt und zwischen 1,70 und 1,80 Meter groß. Alle drei hatten schwarze Haare und trugen schwarze Hosen mit einem weißen „Under Armour“-Aufdruck. Zwei von ihnen sollen schmal gebaut gewesen sein und schwarze Jacken getragen haben. Der dritte wurde als etwas kräftiger mit grauer Jacke beschrieben.

Die Ermittler:innen werten derzeit die Videoaufnahmen aus der Straßenbahn aus. Gleichzeitig bittet die Polizei um Unterstützung aus der Bevölkerung: Fahrgäste oder Personen, die den Vorfall beobachtet haben oder Hinweise auf die Täter geben können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer (0561) 9100 beim Polizeipräsidium Nordhessen zu melden.

In diesem Zusammenhang weist das Polizeipräsidium Nordhessen darauf hin, dass eine spezielle Ansprechperson für LSBT*IQ-Belange zur Verfügung steht. Diese Person dient als Schnittstelle zwischen der Polizei, der queeren Community sowie lokalen und überregionalen Organisationen. Das Ziel besteht darin, Diskriminierung entgegenzutreten, Hemmschwellen abzubauen und Vertrauen zu fördern.

Mehr News