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Bad Bunny beim Super Bowl: Rechte Kritik und Gerüchte um den Auftritt des Latin-Stars

Der Auftritt von Bad Bunny beim Super Bowl sorgt bei Konservativen in den USA für Empörung – nicht zuletzt wegen absurder Gerüchte und parteipolitisch gefärbter Kritik.

Die Ankündigung, dass Bad Bunny die Halbzeitshow des diesjährigen Super Bowls gestalten wird, stößt vor allem bei rechten US-Kommentatoren auf Widerstand. Der aus Puerto Rico stammende Megastar, der für seine queerfreundliche Haltung und gesellschaftskritischen Texte bekannt ist, gerät damit erneut ins Fadenkreuz konservativer Stimmen – allen voran jener aus dem Umfeld von Präsident Donald Trump.

Gerüchte um Kleid lösen rechten Shitstorm aus

Auslöser für den jüngsten Aufschrei war ein unbelegter Online-Beitrag, dem zufolge Bad Bunny angeblich in einem Kleid auftreten wolle. Die Behauptung tauchte zuerst auf der Plattform X (ehemals Twitter) auf, die inzwischen das bevorzugte Sprachrohr vieler MAGA-Anhänger:innen ist. Beweise oder verlässliche Quellen? Fehlanzeige.

Dennoch verbreitete sich das Gerücht rasant. Ein Account namens „Polymarket Football“ schrieb: „Das wird mit Abstand die am schlechtesten bewertete Halbzeitshow aller Zeiten.“ Weitere rechte Nutzer:innen warfen der NFL vor, sie habe ihr Publikum aus den Augen verloren, obwohl die Liga zuletzt mit durchschnittlich 18,7 Millionen Zuschauer:innen pro Spiel sogar ein Rekordjahr verzeichnete.

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Bad Bunny: Zwischen Gender-Fluidität und politischem Statement

Bad Bunny hat sich in der Vergangenheit immer wieder für mehr Freiheit in Bezug auf Geschlechterrollen ausgesprochen. In Interviews betont er, dass Kleidung ein Ausdruck von Kunst und Persönlichkeit sei. „Die Art, wie man sich kleidet, ist eine Form von Kunst“, sagte der Künstler beispielsweise in einem Interview mit dem Musikmagazin Billboard. „Jeder sollte sich kreativ ausdrücken dürfen – auch über Kleidung.“ Das kann bei ihn auch durchaus weniger Stoff sein.

In seinem künstlerischen Schaffen spielt Bad Bunny immer wieder mit Geschlechterrollen. In Musikvideos trug er Minikleider und auf Magazin-Covern posierte er mit Rock und High Heels. Seine Anhänger:innen feiern diese Stilbrüche als Zeichen von Mut und Diversität. Laut einem Bericht des Promi-Portals TMZ ist jedoch kein Auftritt im Kleid geplant.

Kritik von Trump und erzkonservativen Gruppen

In einem Interview mit der Boulevardzeitung New York Post kritisierte Donald Trump die Auswahl der Künstler:innen für das Football-Event. Neben Bad Bunny wird auch die Punkrockband Green Day auftreten. Beide Acts gelten als kritisch gegenüber Trump und seiner Politik. „Ich halte das für eine schreckliche Wahl. Das Einzige, was sie bewirken, ist, Hass zu säen“, sagte Trump dem Boulevardblatt.

Er selbst wird dem Super Bowl fernbleiben – angeblich aus logistischen Gründen. „Es ist einfach zu weit weg“, so Trump. Das Finale findet in Santa Clara, Kalifornien, statt, einem Bundesstaat, in dem Vizepräsidentin Kamala Harris bei der letzten Wahl 68 Prozent der Stimmen erhielt.

Politisch aufgeladene Halbzeitshow

Die erzkonservative Organisation Turning Point USA hat eine „Alternative“ zur Halbzeit-Show von Bad Bunny angekündigt. Sie plant eine eigene Show mit dem trumpfreundlichen Musiker Kid Rock sowie den Country-Musiker:innen Brantley Gilbert, Lee Brice und Gabby Barrett.

Bad Bunny hatte bereits im Vorjahr angekündigt, bei seiner kommenden Welttournee keine US-Termine einzuplanen. Grund dafür sind die verschärften Abschiebungsmaßnahmen und Razzien durch die US-Einwanderungsbehörde ICE. Zum Auftakt seiner Tournee plant er daher eine zweimonatige Residenz in Puerto Rico.

Auftritt auf Spanisch – ein Novum beim Super Bowl

Ein weiterer Grund für die politische Aufladung ist: Bad Bunny wird der erste Künstler sein, der die komplette Halbzeitshow auf Spanisch performt. In einem SNL-Monolog im Herbst sagte er dazu: „Wenn ihr nicht verstanden habt, was ich gerade gesagt habe, habt ihr vier Monate Zeit, es zu lernen.“

Das medienwirksame Spektakel beim Super Bowl ist somit nicht nur ein musikalisches Highlight, sondern auch ein weiteres Beispiel für die derzeitige kulturelle Spaltung der USA.

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