Für das Team LGBTIQ+ haben die Winterspiele 2026 in Mailand mit einem echten Paukenschlag begonnen. Am Sonntag sicherten sich zwei offen queere Athletinnen olympisches Gold.
Die US-amerikanische Skirennläuferin Breezy Johnson schrieb Geschichte, als sie das Abfahrtsrennen der Frauen für sich entschied. Damit ist sie die erste offen queere Athletin, die bei den diesjährigen Spielen Gold gewann. Johnson, die sich als bisexuell identifiziert, überzeugte mit einer kraftvollen und kontrollierten Fahrt.
Johnson: „Ich wusste, dass ich alles geben muss“
„Ich wusste, dass ich mehr riskieren muss als im Training“, sagte die 30-Jährige nach ihrem Sieg. „Ich musste sauber fahren. Bei einigen Sprüngen wurde es etwas wild, aber ich habe einfach versucht, den Speed mitzunehmen. Ich hoffte einfach, dass es reicht.“
Ihre Leistung reichte nicht nur, sie setzte sich mit einem deutlichen Vorsprung gegen die Konkurrenz durch und trug damit entscheidend zum starken Auftakt des Teams LGBTIQ+ bei.
Auch Amber Glenn holt Gold für Team LGBTIQ+
Nur wenige Stunden später folgte die nächste Sensation: Amber Glenn gewann Gold im Teamwettbewerb im Eiskunstlauf. Die pansexuelle Sportlerin zeigte bei ihrer Olympiapremiere eine eindrucksvolle Kür, zeigte sich selbst jedoch kritisch.
„Ich fühlte mich einfach nicht gut, nicht einmal beim Aufwärmen“, sagte die 26-Jährige der Tageszeitung USA Today. „Mein Bein tat weh, aber es ist nichts Ernstes. Ich brauche einfach Erholung.“
Trotz ihrer durchwachsenen persönlichen Leistung in der Einzelkür trug Glenn maßgeblich zum Gesamterfolg des US-Teams bei und holte damit die erste Goldmedaille für das Team LGBTIQ+ im Eiskunstlauf.
Rekordbeteiligung offen queerer Sportler:innen
Mit fast 50 offen queeren Athlet:innen stellt Mailand/Cortina 2026 einen neuen Rekord für Winterspiele auf. Die Sportler:innen vertreten insgesamt 13 Nationen, darunter die USA, Kanada, Deutschland, Österreich, Schweden, Brasilien und das Vereinigte Königreich.
Der nächste historische Moment ist bereits in Sichtweite: Am Dienstag wird der Schwede Elis Lundholm als erster trans Mann bei Winterspielen antreten. Der 23-Jährige startet in der Qualifikation der Frauen im Moguls-Wettbewerb (Buckelpiste).
Er hat bereits internationale Erfahrung gesammelt und bei Weltcup-Rennen mehrfach Top-25-Platzierungen erreicht. Sein bevorstehender Start wird mit Spannung erwartet – auch als weiterer Schritt in Richtung Inklusion im Wintersport.

