Der schweidische Athlet Elis Lundholm hat bei den Olympischen Winterspielen in der Buckelpiste das Finale verpasst. Der 23-Jährige trans Mann aus der Nähe von Stockholm startete im Frauenbewerb, belegte nach zwei Qualifikationsläufen Rang 25 und schaffte es damit nicht unter die besten 20. International sorgte er für Aufmerksamkeit, weil er als erster offen als trans Mann lebender Athlet bei Winterspielen gilt.
Im ersten Qualifikationslauf unterlief Lundholm ein Fehler, der ihn weit zurückwarf. Vor dem zweiten Durchgang lag er auf dem letzten Platz. Im entscheidenden Lauf setzte er auf eine vorsichtige Fahrt und baute eine Stoppslide ein. Damit verbesserte er sich noch auf Rang 25 von insgesamt 29 Starterinnen. Für den Finaleinzug reichte das nicht.
Viel Medieninteresse und klare Worte
„Es waren viele Nerven im Spiel. Es ist viel Drumherum mit TV-Kameras und großem Publikum, das bin ich nicht gewohnt. Aber es macht Spaß“, sagte Lundholm nach dem Wettkampf. Internationale Medien stellten ihm zahlreiche Fragen zu seiner Person und seiner Geschichte.
Bei seiner Geburt wurde ihm das weibliche Geschlecht zugewiesen. Seit vielen Jahren identifiziert er sich jedoch als Mann. Eine juristische Änderung des Geschlechtseintrags hat er bisher nicht vorgenommen, ebenso wenig medizinische Maßnahmen zur Geschlechtsangleichung. Nach den geltenden Regularien startet er deshalb im Frauenbewerb. Das Schwedische Olympische Komitee nominierte ihn entsprechend für das Damenteam.
„Es war in unserem Sport unglaublich einfach“
Sportdirektor Robert Hansson erklärte, es habe zunächst Nachfragen gegeben. „Das hat natürlich zu Fragen geführt“, sagte er dem Sweden Herald. Nach einer internen Erklärung habe jedoch Verständnis im Team geherrscht. „Es war in unserem Sport unglaublich einfach. Ich freue mich sehr über die Einstellung“, betonte Hansson.
Auf die Frage eines US-Journalisten, welche Botschaft er senden wolle, antwortete Lundholm: „Ich möchte, dass alle sie selbst sein können und das tun, was sie tun wollen.“ Ob seine Teilnahme ein Signal an die trans Community sei, wollte er nicht bewerten. „Das ist kein Thema, über das ich nachgedacht habe. Ich mache einfach mein Ding“, sagte er.
Familie sorgt für Rückhalt im Stadion
Vater Tomas, Mutter Ylva und Bruder Vilgot unterstützten Lundholm vor Ort. „Es ist ein tolles Gefühl zu wissen, dass sie da sind. Wenn ich am Start stehe und weiß, dass sie unten warten, gibt mir das Sicherheit“, sagte er. Bruder Vilgot, selbst im Europacup in der Buckelpiste aktiv, erklärte: „Ich bin sehr stolz. Es ist inspirierend zu sehen, wie sehr er sich entwickelt hat.“
Negative Reaktionen waren im Livigno Aerials und Moguls Park nicht zu hören. Auch aus der Szene kamen sachliche Stimmen. Die Österreicherin Katharina Ramsauer sagte der Deutschen Presse-Agentur (dpa), es handle sich um ein schwieriges Thema, für das man faire Lösungen finden müsse, damit niemand diskriminiert werde.
Für Lundholm steht bei diesen Spielen noch ein weiterer Wettbewerb an. Am Samstag startet er im Dual-Moguls-Bewerb und erhält dort eine weitere sportliche Chance.

