Als Zeichen der Vielfalt und Toleranz hatten Gymnasiast:innen aus Arnsberg im Sauerland die Treppe zum Busbahnhof in Regenbogenfarben bemalt. Im Februar wurde die Treppe allerdings zweimal übermalt. Unbekannte, vermutlich aus der rechten Szene, brachten die Farben Schwarz-Rot-Gold auf die Stufen auf.
„Klare rechtsextreme Aussage gegen eine bunte Gesellschaft“
Die erneute Sachbeschädigung löste in der Stadt Empörung aus. Verena Verspohl, Sprecherin der Arnsberger Grünen, bezeichnete die Tat als „klare rechtsextreme Aussage gegen Vielfalt, Queers und eine bunte Gesellschaft“.
Gleichzeitig eskalierte die Debatte in den sozialen Netzwerken: Verspohl sah sich einem Shitstorm aus dem rechten Spektrum ausgesetzt und erhielt Berichten zufolge sogar Morddrohungen. Auch die örtliche CDU geriet ins Visier. Nachdem sie sich öffentlich hinter die Regenbogenfarben gestellt hatte, wurde sie von rechten Akteuren online attackiert, darunter auch dem ehemaligen Bild-Chefredakteur Julian Reichelt.
Bezirksausschuss knickt vor den Vandalen ein
Nach der Reinigung sind die Regenbogenfarben inzwischen deutlich verblasst. Und sie werden auch nicht erneuert, so der Beschluss des Bezirksausschusses. Das Gremium fasste laut der Westfalenpost einen entsprechenden Beschluss.
„Wir provozieren nur“, sagte der Vorsitzende des Bezirksausschusses, Andreas Dieck, der Zeitung. Er habe die Wiederherstellung der Regenbogentreppe zunächst unterstützt. Angesichts der Haushaltslage sei es jedoch nicht vertretbar, die Anlage immer wieder reinigen und neu streichen zu lassen. Stattdessen wolle man an anderer Stelle ein Zeichen für Vielfalt setzen, das „sicher vor Vandalismus“ sei.
Heftige Kritik von LGBTIQ+-Vertreter:innen
Deutliche Kritik an der Kapitulation vor den Vandalen kommt von der lokalen LGBTIQ+-Initiative „offen.BUND Arnsberg“. In einem offenen Brief heißt es: „Diejenigen, die in unserer Stadt Dinge zerstören, weil sie sie für überflüssig halten, gewinnen mit ihren Aktionen. Das darf nicht sein, das ist die falsche Entscheidung!“
Gerade für queere Menschen im Sauerland sei es wichtig, „dass sich die Stadt positioniert und unter anderem Sichtbarkeit von Queerness durch Dinge wie zum Beispiel die Regenbogentreppe im öffentlichen Raum schafft“. Der Verein plant für den 22. August den ersten Christopher Street Day (CSD) in der Innenstadt. Damit will man Begegnungen ermöglichen und eine sichtbare queere Community im ländlichen Raum stärken.

