HomeNewsChronikAus Schwulenhass: OnlyFans-Creator Joe De La Torre auf offener Straße verprügelt

Aus Schwulenhass: OnlyFans-Creator Joe De La Torre auf offener Straße verprügelt

Der italienische Hardcore-Creator Joe De La Torre berichtet von einer gewaltsamen Attacke während einer TikTok-Aufnahme. In einem Video zeigt er seine Verletzungen und ruft dazu auf, seine Geschichte zu teilen.

Der auf OnlyFans und TikTok aktive, queere Creator Joe De La Torre ist schwulenfeindlich angegriffen worden. In einem auf Social Media veröffentlichten Video zeigt der Italiener seine Verletzungen im Gesicht. Er fordert seine Fans auf, den Clip „an so viele Menschen wie möglich“ weiterzuleiten. „Nicht so sehr für mich, sondern für die, die verletzlicher sind“, sagt er.

Angriff während Videoaufnahme

De La Torre zufolge ereignete sich der Vorfall am Abend des 12. Februars gegen 20:30 oder 21:00 Uhr: „Ich habe Inhalte für meine Social-Media-Kanäle aufgenommen. Ihr könnt euch vorstellen, welche Art von Inhalten“, erklärt De La Torre im Video.

Während der Aufnahme sei er von einer Gruppe Jugendlicher angesprochen worden. Er beschreibt sie als „Baby-Gang“. „Sie kamen mit bedrohlicher Haltung auf mich zu und haben mich zuerst verbal angegriffen“, berichtet er. Die Beleidigungen seien offen schwulenfeindlich gewesen.

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Beleidigungen und Eskalation

„Sie nannten mich ‚schwule Sau‘, ‚Schwuchtel‘, sagten, ich sei eine Tunte, und machten sich über meine Arbeit im Internet lustig“, zitiert De La Torre die Angreifer. Solche Worte kenne er bereits, sagt er. „Ich bin niemand, der auf Provokationen eingeht. Normalerweise lasse ich das an mir abprallen.“

Diesmal blieb es jedoch nicht bei Worten. Die Gruppe, „vier oder fünf Personen“, habe ihn umzingelt. „Ich war ganz allein“, sagt er. Einer der Jugendlichen, den er als Anführer beschreibt, habe zugeschlagen.

Sichtbare Verletzungen im Gesicht

„Er hat mich hier an der Augenbraue getroffen. Wie ihr seht, ist alles aufgeplatzt“, erklärt De La Torre und hält die Kamera nah an sein Gesicht. Nach dem ersten Schlag sei er nach hinten gefallen. „Der zweite Faustschlag traf meine Lippe. Die ist am schlimmsten verletzt.“

Joe De La Torre
Joe De La Torre/Instagram

Im Video sind eine geschwollene Lippe und eine Wunde an der Augenbraue zu sehen. „Meine Lippe ist völlig zerstört. Mein Schneidezahn ist abgesplittert. Hier tut alles weh“, sagt er. Seine Stimme klingt angespannt.

Appell an die Öffentlichkeit

Der Creator verbindet seine Schilderung mit einem klaren Appell. „Ich will, dass das so viele Menschen wie möglich erreicht. Teilt dieses Video!“, fordert er. Er betont, dass solche Übergriffe leider immer noch Realität sind. „Leider existieren diese Dinge noch immer, auch im Jahr 2026.“

Besonders beschäftigt ihn die mögliche Wirkung auf jüngere Menschen. „Nicht so sehr für mich. Ich glaube, ich habe die Kraft, so etwas zu überstehen“, sagt er. „Aber was ist mit jemandem, der jünger ist, verletzlicher?“

Sorge um psychische Folgen

Er warnt vor den psychologischen Folgen queerfeindlicher Gewalt. „Wenn jemand so etwas erlebt, weiß man nicht, wie er reagiert“, erklärt De La Torre. Der Gedanke, dass andere Betroffene weniger Unterstützung oder Stabilität haben könnten, treibt ihn an, öffentlich darüber zu sprechen.

Er betont, dass er zum Zeitpunkt des Angriffs lediglich gearbeitet habe. „Ich habe niemandem etwas getan. Ich habe einfach TikToks für mich gemacht“, sagt er. Gerade diese Alltäglichkeit macht den Vorfall für ihn schwer nachvollziehbar.

Zweifel aus der Community

In einem weiteren Video berichtet De La Torre von skeptischen Reaktionen im Netz. Einige Nutzer hätten die Tat infrage gestellt oder behauptet, er übertreibe. „Ich habe alles ausführlich erklärt und trotzdem sagen manche, es sei nie passiert“, sagt er.

Diese Vorwürfe empfindet er als zusätzliche Belastung. Neben den körperlichen Verletzungen treffen ihn auch die Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit. „Das ist wie ein weiterer Schlag“, beschreibt er die Situation.

Ermittlungen noch unklar

Weitere Details zu möglichen Anzeigen oder zur Identität der mutmaßlichen Angreifer sind bislang nicht bekannt. De La Torre selbst sagte nicht, ob er die Polizei eingeschaltet hat.

Der Fall lenkt erneut den Blick auf queerfeindliche Übergriffe im öffentlichen Raum. Laut De La Torre richteten sich die Beleidigungen gezielt gegen seine sexuelle Orientierung und seine Tätigkeit als OnlyFans-Creator. „2026 – ich schäme mich, ein Mensch zu sein“, sagt er am Ende seines Videos.

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