HomeSportOlympiaEishockey: Rekord an queeren Spielerinnen im Olympia-Finale von Mailand

Eishockey: Rekord an queeren Spielerinnen im Olympia-Finale von Mailand

Neun offen queere Spielerinnen standen im olympischen Eishockey-Finale zwischen den USA und Kanada auf dem Eis. Noch nie zuvor prägten so viele queere Athletinnen ein Endspiel um Gold bei Winterspielen – ein historischer Moment.

Das Finale im Frauen-Eishockey zwischen Kanada und den USA bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand-Cortina hat nicht nur sportlich Geschichte geschrieben. Beim siebten Gold-Duell zwischen den beiden Ländern seit Einführung des Frauen-Eishockeys im Jahr 1998 standen insgesamt neun offen queere Spielerinnen im Kader der beiden Teams.

Damit erreichte die Sichtbarkeit im internationalen Spitzensport einen neuen Höchstwert. Unter den Athletinnen befanden sich mehrfache Olympiateilnehmerinnen, Teamkapitäninnen, Rekordhalterinnen sowie Spielerinnen mit insgesamt 21 olympischen Medaillen, davon elf in Gold.

USA gewannen Zitter-Finale in letzter Minute

Das Spiel konnten die US-Frauen für sich entscheiden. Sie gewannen mit 2:1 nach Verlängerung. Im ewigen Finalduell der Erzrivalinnen schoss die offen lesbische US-Kapitänin Hilary Knight ihr Team zwei Minuten vor dem Spielende in die Verlängerung. In dieser traf Megan Keller in der fünften Minute zum Sieg.

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„Wir wussten, dass wir nur einen guten Schuss brauchen“, erklärte Knight. „Gegen Kanada darf man keine Zeit verlieren.“ Beide Torhüterinnen zeigten starke Leistungen und kamen gemeinsam auf 61 Paraden. Das Spiel unterschied sich deutlich vom klaren 5:0 der USA in der Gruppenphase.

Sichtbarkeit auf größter Bühne

Noch vor wenigen Jahren war es im internationalen Spitzensport nicht selbstverständlich, offen über die eigene sexuelle Orientierung zu sprechen. In Mailand standen nun selbstbewusst Sportler:innen im Rampenlicht, die längst prägende Figuren ihres Sports sind. Dazu gehören die US-Kapitänin Hilary Knight sowie Alex Carpenter und Cayla Barnes. Auf kanadischer Seite waren mit Emily Clark, Laura Stacey, Brianne Jenner, Emerance Maschmeyer, Erin Ambrose und Marie-Philip Poulin sechs offen queere Athletinnen Teil des Teams.

Knight sorgte zudem abseits des Eises für Schlagzeilen. Einen Tag vor dem Finale machte sie ihrer Partnerin Brittany Bowe, Olympionikin im Eisschnelllauf, im Olympischen Dorf einen Heiratsantrag. Nach dem Spiel sagte Knight: „No way! I’m just happy to have a gold medal.” Und weiter: „Oh my gosh, this feels amazing.“ Mit ihrem Ausgleichstreffer kurz vor Spielende wurde sie zugleich zur erfolgreichsten US-Torschützin und Punktesammlerin der olympischen Geschichte.

Breite LGBTIQ+-Präsenz bei den Winterspielen

Die Rekordzahl im Finale fügt sich in ein größeres Bild ein. Insgesamt nahmen mindestens 50 offen LGBTIQ+-Athlet:innen an den Winterspielen in Mailand und Cortina teil. Auch im Spiel um Bronze war queere Sichtbarkeit präsent. Die Schweiz sicherte sich mit einem 2:1 nach Verlängerung gegen Schweden eine Medaille. Dabei stand Laura Zimmermann, die einzige offen LGBTIQ+-Spielerin im Schweizer Team, auf dem Eis.

Damit zeigte das olympische Frauen-Eishockeyturnier 2026 nicht nur sportliche Höchstleistungen, sondern auch eine neue Normalität der Offenheit. Queere Athletinnen prägten entscheidende Momente, erzielten Tore, führten Teams als Kapitäninnen an und standen im Zentrum der weltweiten Aufmerksamkeit.

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