HomeNewsChronikTrans Frau in Schöneberg angegriffen – Staatsschutz ermittelt

Trans Frau in Schöneberg angegriffen – Staatsschutz ermittelt

Nahe dem Nollendorfplatz ist eine 40-jährige trans Frau attackiert worden. Die Polizei ermittelt wegen mehrerer Delikte und prüft einen möglichen transfeindlichen Hintergrund.

In Berlin-Schöneberg kam es am späten Mittwochabend zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen einer 40-jährigen trans Frau und einem 22-jährigen Mann. Der Vorfall ereignete sich in der Nähe des Nollendorfplatzes, dem Zentrum der queeren Community in Berlin. 

Nach Angaben der Polizei sprach der Mann die Frau gegen 23:50 Uhr an der Ecke Frobenstraße/Bülowstraße an. Im weiteren Verlauf soll er sie mit einem Mobiltelefon auf den Kopf geschlagen und beleidigt haben. Anschließend flüchtete er vom Tatort.

Tatort nahe Regenbogenkiez

Alarmierte Einsatzkräfte fahndeten nach dem mutmaßlichen Angreifer und nahmen ihn kurze Zeit später in einem nahegelegenen Imbiss fest. Die Beamtinnen und Beamten kontrollierten den 22-Jährigen und nahmen seine Personalien auf.

Der Mann schilderte den Einsatzkräften eine andere Version des Geschehens. Er gab an, die 40-Jährige habe ihn am Hals gekratzt und mit einem Tierabwehrspray bedroht. Sichtbare Kratzspuren seien vorhanden gewesen.

Gegenseitige Vorwürfe und Ermittlungen

Nach Polizeiangaben erlitten beide Beteiligten leichte Verletzungen. Sowohl die trans Frau als auch der 22-Jährige lehnten eine medizinische Behandlung ab. Die Polizei leitete Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung, Körperverletzung, Beleidigung und Nötigung ein.

Da ein möglicher Zusammenhang mit Hasskriminalität geprüft wird, hat der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamts die weiteren Ermittlungen übernommen. Die Hintergründe der Tat sind derzeit noch unklar.

Für Hassverbrechen gegen sexuelle Minderheiten gibt es in Berlin eigene Ansprechpartner:innen

Angehörige sexueller Minderheiten, die Opfer von Hasskriminalität geworden sind, können in der deutschen Hauptstadt unter anderem auf der Internetwache der Polizei Berlin  online eine Anzeige aufgeben.

Bei der Berliner Polizei gibt es zudem zwei Ansprechpersonen für LGBTI . Damit soll Angehörigen sexueller Minderheiten, die oft aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen ein eher kritisches Verhältnis zur Polizei haben, das Erstatten einer Anzeige nach einem Übergriff erleichtert werden.

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