Der Queer-Beauftragte des Landes Berlin, Alfonso Pantisano, hat sich mit persönlichen Worten aus dem Krankenhaus gemeldet. In mehreren Beiträgen auf Instagram schildert der 51-Jährige eine gesundheitliche Krise, die ihn seit Wochen belastet. „Es ist mitten in der Nacht, Tag 20 ohne richtigen Schlaf“, schreibt er. Was zunächst wie eine Magenverstimmung gewirkt habe, habe sich schrittweise verschlimmert.
Sorge um steigendes Bilirubin
Pantisano gab an, zunächst unter starker Erschöpfung gelitten zu haben. Dann seien „gelbliche Augen“ hinzugekommen. Es folgten mehrere Arztbesuche und zahlreiche Blutuntersuchungen. Zwischenzeitlich hätten sich einzelne Leberwerte gebessert. Doch ein entscheidender Wert habe sich weiter verschlechtert. „Das Bilirubin. Und er steigt und steigt“, berichtet er.
Die Folgen sind inzwischen deutlich sichtbar. „Meine Haut ist gelb, ohne Filter“, schreibt der 51-Jährige. Zusätzlich plagt ihn ein intensiver Juckreiz am ganzen Körper, „wie ich ihn noch nie erlebt habe“. Vor allem die Nächte empfinde er als quälend. „Es ist Tag 20 dieser immer schlimmer werdenden Folter, 4:35 Uhr. Ich sitze seit 2 Uhr an meinem Tisch, bin übermüdet bis in die Knochen und mein Körper weigert sich, mir Ruhe zu geben.“
Behandlung im Leberzentrum der Charité
Er wird derzeit im Leberzentrum der Berliner Charité behandelt. Wie lange der Klinikaufenthalt dauern wird, ist noch unklar. „Es wird länger dauern als gedacht“, schreibt Pantisano. Eine abschließende Diagnose scheint bislang nicht festzustehen. „Während erste Vermutungen auftauchen, was all das in mir verursacht hat, habe ich eine Sache noch nicht gefunden: den Schlaf.“
Neben den medizinischen Details spricht Pantisano auch über die emotionale Dimension seiner Erkrankung. Die Situation bringe ihn zum Nachdenken – über sich selbst und über die queere Community. „Ich denke an meine, an uns Queers“, schreibt er in seinem Beitrag.
Wahlfamilie als Rückhalt
Laut Pantisano verfügen viele queere Menschen nicht über klassische familiäre Sicherungsnetze. Oftmals fehlten große Familienstrukturen oder eigene Kinder, die im Krankheitsfall Unterstützung bieten könnten. „Und dann greift man auf das zurück, was man sich selbst aufgebaut hat: Wahlfamilien.“ Diese Netzwerke aus Freund:innen und engen Vertrauten spielen eine zentrale Rolle.
Für die Unterstützung in den vergangenen Wochen zeigt sich der Berliner Queer-Beauftragte dankbar. Er bedankt sich beim Klinikteam sowie bei Freundinnen, Freunden, Nachbarinnen und Nachbarn. Besonders hebt er seinen Partner hervor: „Er ist einfach in den Flieger gestiegen und von Barcelona nach Berlin gekommen, um mir zur Seite zu stehen.“
Eine persönliche Geste hat ihn besonders berührt. Die Tochter einer Bekannten hat ihm ein Bild gemalt. Mit Buntstift stand darauf: „Happy End.“ Darauf hoffe er „wirklich“, schreibt Pantisano. Zum Abschluss richtet er einen Appell an seine Follower:innen. „Wenn ihr heute jemanden kennt, der alleine ist, schreibt ihm oder ihr“, bittet Pantisano. Und er ergänzt: „Passt auf euch auf. Wirklich.“

