Die Sängerin Sarah Engels hat den deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest (ESC) gewonnen. In einer Live-Show überzeugte sie zunächst eine internationale Jury und schließlich das Fernsehpublikum. Ihr Titel „Fire“ erhielt im finalen Voting 38 Prozent der Stimmen. Damit wird die gebürtige Kölnerin am 16. Mai in Wien für Deutschland antreten.
Internationale Jury wählt Super-Finale
Zunächst musste sich Engels vor einer 20-köpfigen Fachjury behaupten. In dem Gremium saßen unter anderem ehemalige ESC-Teilnehmer wie Luca Hänni aus der Schweiz und Ruslana Lyschytschko aus der Ukraine. Die Jury reduzierte das Teilnehmerfeld von neun Acts auf drei. Neben Engels schafften es der nichtbinäre Act Wavvyboi mit „Black Glitter“ und Molly Sue mit „Optimist (Ha Ha Ha)“ ins Superfinale.
Erst danach entschied das Publikum per Abstimmung: wavvyboi erreichte 34 Prozent der Stimmen und landete auf Platz zwei. Molly Sue kam auf rund 28 Prozent. Engels setzte sich am Ende durch. Ihr Song „Fire“ soll Frauen laut der Sängerin vor allem dazu ermutigen, „an ihre Träume zu glauben und ihren eigenen Weg zu gehen“.
Bekannte Gesichter und starke Konkurrenz
Engels zählte zu den bekanntesten Künstlerinnen des Abends. Im Jahr 2011 stand sie im Finale der Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“. Von 2013 bis 2019 war sie mit dem Sänger Pietro Lombardi verheiratet. Auch in anderen TV-Formaten wie „Let’s Dance“, „The Masked Singer“ oder „Das große Promibacken“ war sie erfolgreich. Auf Instagram folgen ihr rund 1,8 Millionen Menschen.
Musikalisch bewegte sich „Fire” im Bereich moderner Pop-Produktionen. ESC-Kenner:innen zogen Vergleiche zu früheren ESC-Beiträgen wie „Fuego“ von Eleni Foureira, während wavvyboi auf Glamrock-Elemente und markante Gitarrenriffs setzte. Einzelne Passagen erinnerten an britische Bands wie Suede. In ihrer Ballade thematisierte Molly Sue das Leben mit chronischen Krankheiten.
Änderungen bei Organisation und Moderation
Es gab organisatorische Änderungen. Anders als in den vergangenen Jahrzehnten lag die Federführung nicht beim Norddeutschen Rundfunk (NDR), sondern beim Südwestrundfunk (SWR). Stefan Raab, der im Vorjahr noch in den Auswahlprozess eingebunden war, spielte diesmal keine Rolle mehr.
Grund für diese Veränderungen: In den vergangenen Jahren tat sich Deutschland beim ESC schwer. Mehrfach landeten die Beiträge auf den hinteren Plätzen. Einzig Michael Schulte erreichte 2018 mit Rang vier ein Spitzenergebnis. Zuletzt bewegten sich Isaak und das Duo Aabor & Tynka im Mittelfeld.
Der Eurovision Song Contest findet 2026 in Wien statt, nachdem Österreich den Wettbewerb im Vorjahr gewonnen hatte. Für zusätzliche Diskussionen sorgte im Vorfeld die Teilnahme Israels. Einige Länder kündigten Boykotte an. Unabhängig davon bereitet sich Sarah Engels nun auf ihren Auftritt auf der internationalen Bühne vor.

