Der ESC ist eine internationale Großveranstaltung, die weltweit Aufmerksamkeit erregt. Entsprechend umfangreich fällt das Sicherheitskonzept aus. Es deckt alle Phasen ab – von der Übernahme der Stadthalle bis zum Abzug der Besucher nach dem Finale. Grundlage hierfür sind Risikoanalysen, Notfallprozeduren und klare Einsatzstrukturen. Nun hat der ORF erste Details bekannt gegeben.
180 Kameras und 500 Sicherheitskräfte pro Tag
Während der gesamten Veranstaltungsdauer gilt in der Wiener Stadthalle die gleiche Sicherheitsstufe wie am Flughafen. Sämtliches Equipment wird gescannt und von Spürhunden überprüft, zudem werden die Zugänge kontrolliert. Außerdem sind 180 zusätzliche Überwachungskameras im Einsatz.
Täglich sorgen allein in der Stadthalle rund 500 Sicherheitskräfte für Schutz. „Für ein Höchstmaß an Sicherheit werden spezielle Einsatzstrukturen und Koordinierungsmechanismen eingerichtet“, erklärt General Dieter Csefan, Vizepräsident der Wiener Landespolizei.
Strikte No-Bag-Policy und personalisierte Tickets
Auch das Publikum muss mit intensiven Kontrollen rechnen. Metalldetektoren kommen zum Einsatz, Wartezeiten sind möglich. Zusätzlich setzen die Behörden Maßnahmen zur Drohnenabwehr um.
Eine weitere Besonderheit ist die konsequente No-Bag-Policy. Taschen, Rucksäcke und Handtaschen sind ausnahmslos verboten. Erlaubt sind nur kleine persönliche Gegenstände oder transparente Behältnisse in der Größe von maximal DIN A6.
Alle Tickets sind personalisiert und ausschließlich elektronisch verfügbar. Der QR-Code wird rund 48 Stunden vor der Show auf das Handy geschickt. Screenshots reichen nicht aus. Beim Einlass erfolgt ein Identitätscheck mit Lichtbildausweis.
Cybersecurity mit eigenem Expertennetzwerk
Auch digital rüstet der ORF auf. Gemeinsam mit dem Innenministerium (BMI) und der European Broadcasting Union (EBU) wurde zu diesem Zweck eine „Cybersecurity Coordination Group“ eingerichtet. In dieser arbeiten der Staatsschutz, das Cybercrime-Competence-Center, das Bundeskriminalamt, WienCERT und weitere Stellen zusammen.
Harald Kräuter, Direktor für Technik und Digitalisierung im ORF, erklärt: „Unsere Lagebilder erlauben es uns, Bedrohungen in Echtzeit zu erkennen und so rechtzeitig Schutzmaßnahmen ergreifen zu können.“ Zusätzlich setzt der ORF auf Sensibilisierungsmaßnahmen für die Bevölkerung, Hotels und Lieferanten.
Für die Besucher:innen geht es dabei beispielsweise um gefälschte Angebote für Tickets. Verdächtige Angebote können an esc-cybersecurity@orf.at gemeldet werden. Zusätzlich stehen die Polizei, das Bundeskriminalamt und die Cybercrime-Helpline der Stadt Wien als Anlaufstellen bereit.

