Der US-Schauspieler Shia LaBeouf steht nach seiner Festnahme während des Mardi Gras in New Orleans im Zentrum einer Kontroverse. Dem 39-Jährigen werden zwei Fälle von Körperverletzung vorgeworfen. Nun erschien ein ausführliches Interview mit dem Online-Format Channel 5, in dem LaBeouf mit mehreren Zitaten für Empörung sorgte.
„Wenn das homophob ist, dann bin ich eben so“
Im Gespräch mit dem Journalisten Andrew Callaghan erklärte LaBeouf, er habe sich in der Situation unwohl gefühlt. „Große schwule Leute machen mir Angst“, sagte er wörtlich. Weiter führte er aus: „Wenn ich alleine dastehe und drei schwule Typen neben mir stehen und mein Bein anfassen, kriege ich Angst. Tut mir leid. Wenn das homophob ist, dann bin ich eben so.“
Zwei Männer hatten zuvor angegeben, der Schauspieler habe sie vor der mutmaßlichen Auseinandersetzung schwulenfeindlich beleidigt. Einer der Betroffenen, Jeffrey Damnit, erklärte, er habe versucht, dem Bar-Manager zu helfen und LaBeouf aus dem Lokal zu begleiten. Dabei sei es zu einer Rangelei gekommen, in deren Verlauf er am Oberkörper getroffen worden sei.
„Ich habe Dinge gesagt, die ich besser nicht hätte sagen sollen“
LaBeouf räumte im Interview ein, dass er sich falsch verhalten habe. „Ich habe Sachen gesagt, die nicht okay waren. Ich will niemanden verletzen … Was ich gemacht habe, war falsch“, sagte er. Zugleich relativierte er sein Verhalten mit Verweis auf Alkohol: „Ich war betrunken und hatte das Gefühl, dass meine Privatsphäre verletzt wurde. Aber ich war nicht ganz klar im Kopf, also ist es meine Schuld.“
Ein anderes Mal formulierte er es so: „Ich habe echt keine Ahnung, warum ich jemals jemanden angefasst habe. Und das ist alles, was ich zu dieser ganzen Scheiße zu sagen habe.“ Dennoch folgten weitere Aussagen, die erneut Kritik auslösten. „Ich habe kein Problem mit Schwulen, aber bitte sei dort drüben schwul. Sei nicht auf meinem Schoß schwul“, sagte LaBeouf im Interview.
Verweis auf Religion
Der Schauspieler brachte seine Aussagen auch mit seinem Glauben in Verbindung. „Ich weiß, dass ich mich echt intensiv mit der Bibel beschäftige. Ich weiß, was in der Bibel über Homosexualität steht“, erklärte er. Auf die Frage, was dort konkret stehe, antwortete er knapp: „Yeah.“ Als Callaghan einwarf, die Bibel sei „vor wirklich langer Zeit“ geschrieben worden, entgegnete LaBeouf: „Alter, du kannst mit dem Text machen, was du willst. Das geht mich nichts an. Ich bin ein traditioneller Katholik. Das ist okay … Ich stehe total auf die Bibel.“
Gleichzeitig bezeichnete er sein Verhalten während Mardi Gras als „Bullshit“ und erklärte, er müsse sich damit auseinandersetzen. „Heißt das, ich muss wieder in die Reha? Ich habe einfach keine Lust dazu, Alter“, sagte er. Ein Richter in New Orleans ordnete inzwischen an, dass LaBeouf erneut eine Reha antreten muss.
Das Verfahren in New Orleans läuft weiter
Die Polizei wirft LaBeouf vor, während der Feierlichkeiten zwei Personen geschlagen zu haben. Zeugen hielten ihn laut Behörden bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte fest. Die Hintergründe der Auseinandersetzung bleiben unklar.
Fest steht, dass vor allem seine eigenen Worte die Debatte weiter anheizen. Mit Sätzen wie „Wenn das homophob ist, dann bin ich eben so“ und „Sei nicht auf meinem Schoß schwul“ hat der Schauspieler eine Diskussion ausgelöst, die weit über den ursprünglichen Vorfall hinausgeht. Das Verfahren in New Orleans ist weiterhin anhängig.

