Der israelische öffentlich-rechtliche Sender KAN geht Medienberichten zufolge gegen israelkritische Aussagen der schwedischen Sängerin Felicia Eriksson vor. Die 24-Jährige hatte kurz nach ihrem Sieg beim „Melodifestivalen 2026“, dem schwedischen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest, erklärt, Israel solle nicht am Wettbewerb teilnehmen.
In Interviews mit schwedischen Medien sagte die Sängerin außerdem, sie wolle „dafür sorgen, dass Israel nicht gewinnt“. Eriksson tritt beim Eurovision Song Contest nur unter ihrem Vornamen Felicia auf.
Israel sieht möglichen Verstoß gegen ESC-Regeln
Die Aussagen lösten Kritik aus. Der Sender KAN wertet sie als möglichen Verstoß gegen die Regeln des Eurovision Song Contest. Diese untersagen politische Stellungnahmen von Teilnehmerinnen und Teilnehmern während des Wettbewerbs.
Inzwischen soll KAN eine formelle Beschwerde bei der Europäischen Rundfunkunion (EBU) eingereicht haben. Die EBU organisiert den Eurovision Song Contest und überwacht die Einhaltung der Wettbewerbsregeln.
Sängerin begründet Kritik mit politischer Lage
Kurz nach ihrem Sieg beim Melodifestivalen hatte Felicia Eriksson ihre Kritik geäußert. In Interviews argumentierte sie, der Wettbewerb solle für „Liebe und Zusammenhalt” stehen. Krieg und politische Konflikte sollten ihrer Ansicht nach keinen Platz beim Eurovision Song Contest haben.
„Ich finde nicht, dass Israel teilnehmen sollte“, sagte die Sängerin der Zeitung Aftonbladet. Gleichzeitig bekräftigte sie ihre Absicht, trotz ihrer Kritik nach Wien zum Wettbewerb reisen zu wollen.
Politisch angespannter ESC
Die Debatte fällt in eine Phase erhöhter politischer Spannungen rund um den Wettbewerb. Seit dem Terrorangriff der islamistischen Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 mit mehr als 1.100 Todesopfern und dem anschließenden Gaza-Krieg wird über eine Teilnahme Israels intensiv diskutiert.
Mehrere Länder haben den Eurovision Song Contest in diesem Jahr deshalb boykottiert. Dazu zählen unter anderem die Niederlande und Spanien. Israel gehört dennoch weiterhin zum Teilnehmerfeld des Wettbewerbs. Darauf hat sich eine Mehrheit der EBU-Mitglieder verständigt.
Beide Länder im ersten Halbfinale
Beim Eurovision Song Contest in Wien treten Israel und Schweden im ersten Halbfinale am 12. Mai gegeneinander an. Insgesamt werden dort 15 Acts auf der Bühne stehen. Zehn von ihnen qualifizieren sich für das Finale am 16. Mai.
Israel wird von dem Sänger Noam Bettan vertreten. Sein Beitrag „Michelle” ist eine Ballade ohne politischen Inhalt. Schweden schickt Felicia Eriksson mit dem elektronisch geprägten Song „My System“ ins Rennen.

