HomeNewsChronikSchwules Influencer-Paar aus Therme geworfen – nun sprechen die Betreiber

Schwules Influencer-Paar aus Therme geworfen – nun sprechen die Betreiber

Zwei französische Influencer werfen einer Therme im Schwarzwald Diskriminierung vor. Ihren Angaben zufolge mussten sie die Therme verlassen, nachdem sie sich geküsst hatten. Die Betreiber bestreiten einen Zusammenhang mit der sexuellen Orientierung der beiden und führen Verstöße gegen die Hausordnung als Grund an.

Ein Video des französischen Influencer-Paares Arno und Léo sorgt derzeit in den sozialen Netzwerken für große Aufmerksamkeit. Darin berichten die beiden, dass sie Anfang März aus dem Badeparadies Schwarzwald in Titisee-Neustadt (Baden-Württemberg) verwiesen wurden. Auslöser soll ein Kuss gewesen sein.

Laut den Influencern habe eine Mitarbeiterin sie aufgefordert, das Becken zu verlassen. Als sie nach dem Grund gefragt hätten, sei ihnen erklärt worden, dass intime Zuneigung im Bad nicht erlaubt sei. Arno und Léo betonen jedoch, dass es sich lediglich um einen kurzen Kuss gehandelt habe.

Video geht millionenfach viral

Anschließend veröffentlichte das Paar den Vorfall auf seinen Social-Media-Kanälen. Am Ende des Videos telefoniert Léo mit seiner Mutter und sagt: „So ist es, als Schwuler zu leben. Ich durfte meinen Freund nicht einmal küssen, Mama.“ Das Video wurde inzwischen mehr als vier Millionen Mal angesehen und hat Tausende Kommentare ausgelöst. Darin sind die beiden sichtlich aufgewühlt zu sehen.

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Nach dem Vorfall filmten sie auch eine Diskussion mit einer Mitarbeiterin. Trotz des Streits bezahlten sie eigenen Angaben zufolge ihre Rechnung von rund 100 Euro, bevor sie die Therme verließen. „Wir wollten bis zum Ende korrekt bleiben und alles richtig machen“, erklärten Arno und Léo später in einem weiteren Video.

Betreiber bestreiten Zusammenhang mit Sexualität

Die Betreiber des „Badeparadies Schwarzwald” bestätigen, dass das Paar die Anlage verlassen musste. Einen Zusammenhang mit ihrer sexuellen Orientierung weisen sie jedoch zurück. „Das Badeparadies Schwarzwald ist ein Ort, an dem alle Menschen unabhängig von ihren persönlichen Hintergründen willkommen sind“, so das Unternehmen auf Anfrage der Bild-Zeitung.

Die Hausordnung gelte für alle Gäste gleichermaßen und bilde die Grundlage für Entscheidungen des Teams. Thermenchef Jochen Brugger erklärte zudem: „Ein Kuss war nicht ausschlaggebend für den Hausverweis.“ Laut den Betreibern erfolgte der Rauswurf „aufgrund mehrfacher Verstöße gegen die allgemeingültige Haus- und Badeordnung“.

Influencer entgegnen: „Wir sind keine Wilden, wir sind gut erzogen“

Dies weisen die beiden Influencer zurück. In einer späteren Stellungnahme erneuerten sie ihre Vorwürfe und sprachen von einer „tiefen Demütigung und Diskriminierung“. „Wir sind keine Wilden, wir sind gut erzogen“, sagen sie. Die Darstellung, dass in der Therme mehr als nur ein Kuss passiert sei, weisen sie entschieden zurück. „Es ging nicht darum, dass wir uns nahe waren. Es ging darum, dass wir schwul sind.“

Mit ihren Videos über den Vorfall wollen die beiden nach eigenen Angaben aufzeigen, womit homosexuelle Paare auch heute noch konfrontiert sein können. Ihr Ziel sei es gewesen, sichtbar zu machen, „was man im Jahr 2026 noch erleben kann“.

Diskussionen in sozialen Netzwerken

Der Vorfall hat eine breite Debatte im Internet ausgelöst. Tausende Nutzer:innen kommentierten das Video des Paares. Viele äußerten ihre Unterstützung und entschuldigten sich für die Erfahrung der beiden Männer. Andere wiesen darauf hin, dass Thermen häufig Regeln gegen zu intime Gesten im Wasser haben.

Gleichzeitig wiesen Kommentierende darauf hin, dass nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz in Deutschland niemand beim Zugang zu Dienstleistungen wegen seiner sexuellen Identität benachteiligt werden darf.

Laut dem Influencer-Paar hat das Badeparadies inzwischen Kontakt aufgenommen und darum gebeten, seine Sicht der Dinge zu schildern. „Für uns nehmen sie es zu sehr auf die leichte Schulter. Aber gut, mehr wissen wir ja auch nicht“, sagen Arno und Léo in einem Update-Video.

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