HomeNewsChronikBrandenburg: Jugendliche sollen schwule Männer gezielt in Fallen gelockt haben

Brandenburg: Jugendliche sollen schwule Männer gezielt in Fallen gelockt haben

Fünf junge Angeklagte stehen vor Gericht, weil sie schwule Männer über Dating-Apps getäuscht, überfallen und schwer verletzt haben sollen. Die Taten erschüttern durch ihre Brutalität und das gezielte Vorgehen der Gruppe.

Vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) hat der Prozess gegen eine Gruppe junger Männer begonnen. Sie sollen schwule Männer gezielt über gefälschte Dating-Profile angelockt haben. Zum Auftakt nahmen fünf der insgesamt sieben Beschuldigten im Alter zwischen 15 und 20 Jahren auf der Anklagebank Platz.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen besonders schweren Raub gemäß § 250 Absatz 2 Strafgesetzbuch vor. Die Taten sollen sich in Frankfurt (Oder) und Strausberg im Landkreis Märkisch-Oderland ereignet haben.

Systematische Täuschung über Dating-Apps

Die Gruppe ging stets nach einem ähnlichen Muster vor. Die Angeklagten sollen gezielt Fake-Profile erstellt haben. Darüber hätten sie Interesse vorgetäuscht, um Vertrauen aufzubauen.

An den Treffpunkten habe zunächst ein Lockvogel die Männer empfangen. Dann seien weitere Mitglieder der Gruppe hinzugekommen. Gemeinsam sollen sie die Opfer angegriffen, beraubt und schwulenfeindlich beleidigt haben. Laut den Ermittlern filmte die Gruppe ihre Taten teilweise.

Opfer teils schwer verletzt

Die Übergriffe hatten für die Betroffenen teils schwere Folgen. Wie die Märkische Oderzeitung berichtet, erlitten einige Opfer Knochenbrüche, die operiert werden mussten. Andere erlitten Prellungen und Hautverletzungen. Neben den körperlichen Schäden berichten die Ermittler auch von erheblichen psychischen Belastungen.

Nach bisherigen Erkenntnissen entwendeten die Täter Handys, Bargeld und persönliche Gegenstände. Insgesamt soll ein Schaden von rund 8.000 Euro entstanden sein. Die Gruppe habe in wechselnder Besetzung gehandelt.

Mehrere Angeklagte bereits vorbestraft

Bei den sieben Beschuldigten, die nun vor Gericht stehen, handelt es sich laut Gericht um eine Bande, deren Mitglieder bereits mehrheitlich strafrechtlich in Erscheinung getreten sind. Zum Prozessbeginn befanden sich drei von ihnen in Untersuchungshaft und wurden in Handschellen in den Gerichtssaal geführt.

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Zwei Angeklagte wurden von dem aktuellen Verfahren abgetrennt. Einer von ihnen, ein 18-Jähriger, wurde bereits zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Laut Gericht hat er sich geständig gezeigt.

Öffentlichkeit vom Verfahren ausgeschlossen

Da einige der Angeklagten noch minderjährig sind, findet der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nur die Eltern der Unter-18-Jährigen dürfen an den Verhandlungstagen teilnehmen.

Insgesamt sind neun Prozesstage angesetzt. Ein Urteil wird für Ende Mai erwartet. Zur Urteilsverkündung soll die Öffentlichkeit wieder zugelassen werden.

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