Die Dokumentation „Österreich unter dem Regenbogen“ von Robert Styblo wurde am Freitag im Rahmen des Filmfestivals Diagonale als bester Fernseh-Dokumentarfilm mit dem Franz-Grabner-Preis ausgezeichnet. Der Film beleuchtet die queere Geschichte der Zweiten Republik und erzählt von Ausgrenzung, Widerstand und gesellschaftlichem Wandel. Die Verleihung fand im Heimatsaal des Volkskundemuseums statt.
Queere Geschichte im Fokus der ausgezeichneten Produktion
Die aus Antje Boehmert, Jakob Brossmann und Karin Moser bestehende Jury würdigte den Film als „lebensfrohen Film voller starker Persönlichkeiten“. „Österreich unter dem Regenbogen“ sei eine eindrucksvolle Darstellung des langen Kampfes um Gleichberechtigung.
„Anhand persönlicher Lebensgeschichten wird der Weg der queeren Community empathisch und lebendig erzählt“, heißt es in der Begründung. Der Film verbinde historische Aufarbeitung mit aktuellen Perspektiven und mache gesellschaftliche Entwicklungen nachvollziehbar. Besonders hervorgehoben wurde die Verbindung von historischer Tiefe und erzählerischer Zugänglichkeit.
Stimmen aus ORF und Festivalleitung
Sharon Nuni, Leiterin der ORF-TV-Kulturdokumentationen, betonte die Bedeutung des ausgezeichneten Films: „Regisseur Robert Styblo erzählt die queere Geschichte der Zweiten Republik – eine Geschichte der Benachteiligung, aber auch des Muts und der Errungenschaften.“ Sie wies zudem auf die Vielfalt und Qualität der eingereichten Produktionen hin.
Die Diagonale-Intendanten Claudia Slanar und Dominik Kamalzadeh erklärten: „Der Franz-Grabner-Preis stärkt die Bedeutung des österreichischen Dokumentarfilms und zeichnet künstlerische Qualität sowie kritisches Denken aus.“ Die Auszeichnung wird bewusst im Rahmen des Festivals vergeben, um die Sichtbarkeit des Genres zu erhöhen.
Zweiter Preis für Kinodokumentarfilm vergeben
Neben der TV-Dokumentation wurde auch der Kinodokumentarfilm „Grünes Licht” von Pavel Cuzuioc ausgezeichnet. Der Film begleitet einen Neuropsychiater bei seiner Arbeit mit Menschen, die ein selbstbestimmtes Lebensende anstreben. Die Jury hob hervor, dass der Film dieses gesellschaftlich sensible Thema mit großer Sorgfalt und Respekt behandelt.
Neben den beiden Preisträgern waren vier weitere Produktionen nominiert. In der Kategorie „Fernsehdokumentation“ standen die Filme „Das Rohstoff-Dilemma – Mit Bergbau aus der Klimakrise?“ und „Visionen Bauen“ zur Auswahl. In der Kategorie Kinodokumentarfilm waren „Noch lange kein Lipizzaner“ und „Girls & Gods“ nominiert.
Der Franz-Grabner-Preis erinnert an den ORF-Journalisten Franz Grabner. Vergeben wird er von seiner Familie sowie von AAFP, Film Austria, dem ORF und der Diagonale. Ausgezeichnet werden Produktionen, die sich kritisch und glaubwürdig mit gesellschaftlichen, politischen, kulturellen und historischen Themen auseinandersetzen. Das Preisgeld in Höhe von jeweils 5.000 Euro dient der Entwicklung zukünftiger Projekte.

