In der Nacht auf Sonntag kam es im Bereich des Kolpinghauses am Dominikanerplatz in Bozen zu einem gewaltsamen Zwischenfall. Zwei junge Frauen waren auf dem Heimweg, als sie von einem Jugendlichen aus einer Gruppe heraus beschimpft wurden. Den Betroffenen zufolge handelte es sich um queerfeindliche Zurufe.
Eskalation nach verbalen Angriffen
Als eine der Frauen auf die Beleidigungen reagierte und den Jugendlichen zur Rede stellte, eskalierte die Situation. Der Mann soll so heftig zugeschlagen haben, dass die Frau zu Boden stürzte. Dabei riss er auch ihre Begleiterin mit. Beide Frauen klagten anschließend über Schmerzen und suchten im Krankenhaus medizinische Hilfe.
Eine der Betroffenen berichtete, dass sie noch Tage später unter Beschwerden litt. „Ich dachte, wir hätten die Homophobie überwunden“, sagte sie dem Portal Südtirol News . „Tatsächlich schlummert sie in Menschen, von denen du es nicht erwartest.“
Freunde greifen ein, der Beschuldigte weist die Vorwürfe zurück.
Den bisherigen Erkenntnissen zufolge griffen die Begleiter des mutmaßlichen Angreifers ein und verhinderten damit möglicherweise Schlimmeres. Eine der betroffenen Frauen hat Anzeige erstattet.
Der Beschuldigte weist die Vorwürfe zurück. Die Ermittlungsbehörden prüfen derzeit den Vorfall und werten mögliche Videoaufnahmen aus der Umgebung aus, um den Tathergang genauer zu rekonstruieren.
Auch der Verein „B open“ verurteilte die Tat scharf und meldete sich zu Wort. In einer Stellungnahme forderte die Organisation ein klares Zeichen gegen Homo- und Transfeindlichkeit in Bozen. „Solche Vorfälle dürfen nicht toleriert werden“, hieß es darin. Es brauche mehr Sensibilisierung und konsequentes Handeln gegen Diskriminierung.

