Der ehemalige konservative Abgeordnete und Justizstaatssekretär Crispin Blunt wurde am Mittwoch vor dem Westminster Magistrates’ Court wegen mehrfachen Drogenbesitzes zu einer Geldstrafe von 1.200 Pfund verurteilt. Grundlage des Urteils war eine Polizeidurchsuchung seines Hauses im südenglischen Surrey im Oktober 2023.
Gericht verhängt Geldstrafe und übt Kritik
Blunt, der sich 2010 öffentlich als schwul geoutet und seine Frau verlassen hatte, gab zu, im Besitz mehrerer Substanzen gewesen zu sein. Dazu zählten auch Cannabis, Methamphetamin und Gamma-Butyrolacton (GBL), das auch als Liquid Ecstasy bekannt ist. Zusätzlich zur Geldstrafe muss er weitere Zahlungen für Kosten und Entschädigungen leisten.
Der Vorsitzende Richter Tan Ikram fand deutliche Worte. „Als ehemaliger Minister für Gefängnisse, Bewährung und Justiz waren Sie ein Vorbild für die Öffentlichkeit“, sagte er. Durch sein Verhalten habe Blunt das Vertrauen in Politiker untergraben, da er „die Gesetze gebrochen hat, die er selbst mitgestaltet hat“.
Blunt verteidigt Handeln mit „politischem Interesse“
In einer mehr als 30-minütigen Stellungnahme erklärte Blunt, dass sein Interesse an Drogen aus politischen Gründen entstanden sei. Bereits während seiner Zeit in der Regierung unter Premierminister David Cameron habe er begonnen, sich intensiv mit Drogenpolitik auseinanderzusetzen.
Er argumentierte, dass ihm seine „direkten Erfahrungen“ – darunter auch die Teilnahme an Chemsex-Partys – dabei geholfen hätten, Reformbedarf zu erkennen. „Politiker haben das Thema zu lange mit moralischer Einfachheit betrachtet“, sagte Blunt vor Gericht. Er stellte zudem grundsätzlich infrage, ob der Besitz von Drogen strafbar sein sollte.
Blunt spricht von einem Komplott seines Drogendealers
Die Drogen wurden entdeckt, als die Polizei im Zuge von Ermittlungen wegen eines Vergewaltigungsvorwurfs sein Haus durchsuchte. Der Vorwurf stand im Zusammenhang mit einer Chemsex-Party im September 2023. Nach einer 18-monatigen Untersuchung stellte die Polizei dieses Verfahren jedoch mangels Beweisen ein.
Blunt erklärte, die Vorwürfe seien Teil eines Erpressungsversuchs gewesen. Sein Drogendealer habe ihn beschuldigt, um Druck auf ihn auszuüben. Die Staatsanwaltschaft hielt dennoch fest, es habe ausreichende Beweise gegeben, um die Drogenanklage vor Gericht zu bringen.
Von der Armee in die Politik
Crispin Blunt, Onkel der Schauspielerin Emily Blunt, war von 1997 bis 2024 Abgeordneter für den Wahlkreis Reigate. In der Regierung Cameron diente er von 2010 bis 2012 als Parlamentarischer Staatssekretär für Gefängnisse und Jugendjustiz. Später leitete er den Auswärtigen Ausschuss des Parlaments.
Nach seiner Festnahme im Oktober 2023 verlor er die Fraktionszugehörigkeit bei den Konservativen und saß fortan als unabhängiger Abgeordneter im Parlament. Bei der Parlamentswahl 2024 trat er nicht erneut an. Vor seiner politischen Karriere war Blunt Offizier in der britischen Armee und absolvierte eine Ausbildung an der Militärakademie Sandhurst.

