Der britische Radiomoderator Scott Mills gehört nicht mehr zum Team der BBC. Wie Medien berichten, hängt die Trennung von dem 53-Jährigen mit einer polizeilichen Untersuchung wegen Missbrauchs eines Minderjährigen zusammen, die bereits Jahre zurückliegt.
Frühere Ermittlungen gegen Scott Mills ohne Anklage
Dem Bericht zufolge leitete die Metropolitan Police im Dezember 2016 eine Untersuchung ein. Diese bezog sich auf Vorwürfe schwerer Sexualdelikte gegen einen Burschen unter 16 Jahren in den Jahren 1997 bis 2000. Im Juli 2018 wurde Mills dazu befragt.
Die Ermittler übergaben die gesammelten Beweise der Staatsanwaltschaft. Diese kam jedoch zu dem Schluss, dass die Beweislage nicht ausreichte, um Anklage zu erheben. Das Verfahren wurde im Mai 2019 eingestellt.
BBC reagiert auf neue Beschwerde
Nach Informationen des Daily Mirror reagierte die BBC „schnell und entschlossen“, nachdem die Vorwürfe bekannt geworden waren. Demnach wurde Mills vergangene Woche zunächst aus dem Programm genommen, bevor sein Vertrag am Wochenende beendet wurde. Die BBC bestätigt lediglich, dass Mills „nicht mehr unter Vertrag“ steht.
In einer kurzen Stellungnahme heißt es: „Während wir uns nicht zu individuellen Angelegenheiten äußern, können wir bestätigen, dass Scott Mills nicht länger für die BBC tätig ist.“ Weitere Details wurden nicht genannt.
Überraschung im Team
Die Nachricht über Mills’ Abgang traf viele Kolleg:innen unvorbereitet. Laut internen Mitteilungen, die britischen Medien vorliegen, wurde die Belegschaft erst kurz nach der öffentlichen Bekanntgabe informiert. „Diese Nachricht wird plötzlich und unerwartet kommen und daher ein Schock sein“, hieß es darin.
Lorna Clarke, Musikdirektorin der BBC, schrieb in einer E-Mail an die Mitarbeitenden: „Ich wollte Sie persönlich darüber informieren, dass Scott Mills die Breakfast-Show und die BBC verlassen hat.“ Weitere Erläuterungen gab es auch intern offenbar nicht.
Scot Mills soll selbst überrascht gewesen sein
Berichten zufolge war Mills selbst von den Entwicklungen überrascht. Bei seiner letzten Sendung verabschiedete er sich noch mit den Worten: „See you tomorrow.“
Unklar bleibt, ob die BBC bereits während der früheren Ermittlungen über den Fall informiert war. Ebenso ist nicht bestätigt, in welchem direkten Zusammenhang die aktuelle Beschwerde mit den damaligen Vorwürfen steht. Laut Medien könnte es sich um denselben Sachverhalt handeln.

