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Why Not verkauft: Traditionsclub bekommt neuen Besitzer – so geht’s weiter

Nach mehr als drei Jahrzehnten zieht sich „Ricky“ Zanella vollständig aus der Nachtgastronomie zurück. Die Kult-Disco „Why Not“ bleibt bestehen, wird jedoch renoviert und künftig unter neuer Leitung geführt.

Das Wiener Traditionslokal „Why Not“ hat den Besitzer gewechselt. Wie der langjährige Betreiber Richard „Ricky“ Zanella in einem Instagram-Video bekannt gab, wurde der Club am Tiefen Graben verkauft und ist Anfang April in neue Hände übergegangen. „Jetzt ist es so weit: Ich habe auch mein letztes Lokal verkauft“, sagt Zanella. Damit zieht sich eine prägende Figur der Wiener Szene endgültig aus der Nachtgastronomie zurück.

Abschied nach über drei Jahrzehnten

Zanella führte das „Why Not“ rund 34 Jahre lang. Er übernahm das Lokal im Alter von 23 Jahren. Der Club zählt zu den bekanntesten queeren Diskotheken Mitteleuropas und blickt auf eine Geschichte zurück, die bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts reicht. Bereits in den 1970er-Jahren entwickelte er sich zu einem wichtigen Treffpunkt der Community. Seit 1980 trägt er den Namen „Why Not“.

„Ich verlasse das hier mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, erklärt Zanella. Gleichzeitig bedankt er sich bei seinem Publikum: „Vielen Dank für die jahrelange Treue.“ Der Schritt komme für ihn nicht überraschend. Bereits zuvor hatte er andere Lokale wie das „Felixx“ oder die „Sportsauna“ abgegeben. „Man muss wissen, wann Schluss ist“, sagte er dem Kurier .

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Renovierung und Neustart geplant

Laut Zanella plant der neue Eigentümer zunächst eine vorübergehende Schließung. Das Lokal soll für etwa drei bis vier Wochen renoviert werden. „Dann wird das ‚Why Not‘ in neuem, frischem Licht erscheinen“, ist Zanella überzeugt. 

Details zum künftigen Konzept sind noch nicht bekannt, der Name des Clubs soll jedoch erhalten bleiben. Ein Teil des bestehenden Teams bleibt ebenfalls an Bord, betont Zanella im Video. Für die Stammgäste bedeutet das zumindest ein Stück Kontinuität trotz des Eigentümerwechsels.

Die Szene hat sich stark gewandelt

Der Verkauf reiht sich in eine Serie von Veränderungen innerhalb der Wiener Nachtgastronomie ein. In den vergangenen Monaten haben mehrere bekannte Lokale wie die „Mango Bar“ oder das „Felixx“ geschlossen oder den Besitzer gewechselt. Clubs kämpfen branchenweit mit gestiegenen Kosten, verändertem Ausgehverhalten und den Folgen der Pandemie.

Zanella verwies zuletzt auch auf gesellschaftliche Veränderungen. So habe die Bedeutung klassischer queerer Schutzräume abgenommen, da die Akzeptanz im Alltag gestiegen sei. Gleichzeitig hätten sich die Erwartungen des Publikums verändert. „Die Leute brauchen heute mehr Unterhaltung, das ist viel aufwendiger geworden“, lautet seine Bilanz.

Persönlicher Rückzug aus der Branche

Mit dem Verkauf des „Why Not“ beendet Zanella seine Karriere als Szenegastronom endgültig. „Es ist ein komisches Gefühl nach so langer Zeit“, sagt er. Künftig möchte er sich anderen Tätigkeiten widmen, darunter seiner Arbeit als Sexualtherapeut, Sozial- und Lebensberater.

Für das „Why Not“ beginnt damit ein neues Kapitel. Zanella kündigt an, künftig nur noch als Gast zurückzukehren: „Vielleicht sieht man sich wieder – dann aber auf der anderen Seite.“

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