HomePolitikInternationalSchüsse vor queerem Club in South Carolina: Erste Anklage nach neuem Hate-Gesetz

Schüsse vor queerem Club in South Carolina: Erste Anklage nach neuem Hate-Gesetz

Nach Schüssen vor einem queeren Nachtclub in South Carolina hat die Polizei einen 37-Jährigen festgenommen. Erstmals kommt dabei ein neues Gesetz gegen Hasskriminalität zur Anwendung.

Ein Schusswaffenangriff auf einen queeren Nachtclub in Myrtle Beach im US-Bundesstaat South Carolina sorgt für Aufsehen. Wie US-Medien berichten, eröffnete der 37-jährige Timothy James Truett am Mittwoch vor dem Pulse Ultra Club das Feuer. Dabei wurde niemand verletzt. Dennoch hinterließ der Vorfall erhebliche Schäden und große Verunsicherung in der Community der Stadt.

Angriff ohne Verletzte

Laut Polizei gab Truett mehrere Schüsse auf ein Fahrzeug ab, das dem Clubbesitzer Ken Phillips gehört. Die Kugeln zerstörten dabei unter anderem die Heckscheibe und die Windschutzscheibe des Wagens. „Ich hörte fünf oder sechs Schüsse, bevor ich zu meinem Auto ging“, schilderte Phillips den Ermittlern. Der Angriff ereignete sich am Vormittag gegen 11 Uhr auf dem South Kings Highway.

Ermittler sichteten später Überwachungsvideos, die ein silbernes Fahrzeug zeigen, aus dessen Beifahrerfenster Mündungsfeuer zu sehen ist. Kurz darauf stoppte die Polizei ein Fahrzeug, das der Beschreibung entsprach. Am Steuer saß Truett. In seinem Wagen fanden die Beamt:innen eine Schusswaffe sowie mehrere Patronenhülsen.

Erste Anwendung des Anti-Hate-Gesetzes

Die Behörden nahmen Truett fest und erhoben mehrere Anklagen gegen ihn, darunter unerlaubter Waffenbesitz während einer Gewalttat, das Abfeuern einer Waffe innerhalb der Stadt sowie Sachbeschädigung. Besonders brisant ist, dass ihm zusätzlich „Hate Intimidation“, eine Form der Hasskriminalität, vorgeworfen wird.

Laut Polizeisprecher Randolph Angotti ist dies der erste Fall, in dem das entsprechende Gesetz in Myrtle Beach angewendet wird. Die Regelung ist erst seit 2024 in Kraft. Bei einer Verurteilung sieht sie unter anderem eine Geldstrafe von 500 Dollar und bis zu 30 Tage Haft vor.

Community reagiert besorgt

Der Vorfall hat Folgen für die LGBTIQ+-Community der Küstenstadt. Adam Hayes von der „Myrtle Beach Human Rights Coalition“ berichtete von zahlreichen besorgten Reaktionen. „Am selben Tag habe ich zehn bis zwölf Nachrichten mit Fragen bekommen, was passiert ist“, sagte er. Zugleich begrüßte er, dass das neue Gesetz nun tatsächlich angewendet wird: „Es ist gut zu sehen, dass unsere politische Arbeit nicht nur auf dem Papier existiert.“

Clubbetreiber Phillips betonte erneut die Bedeutung von Sicherheit: „Meine größte Sorge war und ist die Sicherheit meiner Community und meiner Gäste.“ Als Reaktion auf den Vorfall habe er bereits zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen wie neue Kamerasysteme veranlasst.

Truett befindet sich derzeit im J. Reuben Long Detention Center in Untersuchungshaft. Die Kaution liegt bei über 310.000 US-Dollar. Die Polizei hat bislang kein mögliches Motiv öffentlich bestätigt. Es bleibt auch offen, ob sich die Einstufung als Hassverbrechen im weiteren Verlauf des Verfahrens begründen lässt.

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