HomeNewsStars & PromisErotikstar Milo Miles: US-Einreiseverbot nsch demütigender Kontrolle am Flughafen

Erotikstar Milo Miles: US-Einreiseverbot nsch demütigender Kontrolle am Flughafen

Der kanadische Adult-Performer Milo Miles darf zehn Jahre lang nicht in die USA einreisen. Nach eigenen Angaben wurde er am Flughafen von Las Vegas über acht Stunden lang verhört und unter Druck gesetzt.

Der in Toronto lebende Pornodarsteller Milo Miles wollte im Januar zu den GayVN Awards, einem der wichtigsten Preise der Adult-Industrie, nach Las Vegas reisen. Doch seine Reise endete am Flughafen von Las Vegas mit einem mehrstündigen Verhör durch US-Grenzbeamte – und einem zehnjährigen Einreiseverbot. „Es war der schlimmste und schmerzhafteste Tag meines Lebens“, sagte Miles gegenüber dem Portal LGBTQ Nation .

Verhör mit Fokus auf sexuelle Identität

Miles, der neben seiner Arbeit in der Adult-Branche einen Masterabschluss in Public Policy besitzt und einst als jüngster offen schwuler Mandatar seiner Stadt galt, war für sechs Preise nominiert und sollte bei der Preisverleihung am 20. Jänner auftreten. 

Dazu kam es jedoch nicht. Er wurde von der US Customs and Border Protection (CBP) zur sogenannten „Secondary Screening“-Kontrolle herausgezogen. „Ich wurde mit abwertenden Kommentaren konfrontiert, die sich auf meine sexuelle Orientierung und mein Sexualleben bezogen“, berichtete er.

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Obwohl Miles kanadischer Staatsbürger ohne Vorstrafen ist und am NEXUS-Programm für erleichterte Grenzübertritte teilnimmt, durchsuchten Beamt:innen sein Gepäck und seine beiden Mobiltelefone. Besonders irritierend: Miles zufolge erkannten die Beamt:innen weder seine PrEP-Medikamente noch seine Nahrungsergänzungsmittel. „Sie fragten, ob ich krank sei, weil sie nicht wussten, wofür das steht“, sagte er.

Stunden ohne Essen und wachsender Druck

Nach einer rund zweistündigen Befragung hielten die Behörden ihn weitere sechs Stunden fest – ohne Verpflegung. „Ich war hungrig, dehydriert und völlig erschöpft“, schilderte Miles. „Ich wurde wie ein Krimineller behandelt, obwohl ich nichts falsch gemacht habe.“

Während des Verhörs hätten die Beamt:innen versucht, ihn dazu zu bringen, seine Arbeit als Prostitution einzuordnen. Nach US-Einwanderungsrecht kann bereits der Verdacht einer Beteiligung an Prostitution ausreichen, um die Einreise zu verweigern.

Die US-Grenzwächter setzen lange Befragungen ohne grundlegende Versorgung gezielt ein, um Aussagen zu erzwingen.  Ein ähnliches Muster hatte bereits eine Recherche von Novara Media aus dem Jahr 2023 aufgezeigt: Darin berichteten mehrere Sexarbeiter:innen und queere Content-Creator:innen, dass sie an den US-Grenzen festgehalten und aufgrund von Annahmen statt Beweisen abgewiesen wurden.

Durch neue Technologien identifiziert?

Warum ausgerechnet Miles ausgewählt wurde, bleibt unklar. Er selbst nennt mehrere mögliche Gründe: seine häufigen Reisen in die USA, wo sein Partner lebt, oder neue Technologien wie Gesichtserkennung. „Vielleicht haben sie gesehen, dass ich Content produziere“, mutmaßt er. Frühere Berichte dokumentieren Fälle, in denen solche Systeme zur Identifizierung von Sexarbeiter:innen genutzt wurden.

Auch interne Denunziation hält Miles für denkbar. In der Vergangenheit hatten einzelne Performer:innen öffentlich damit geprahlt, Kolleg:innen bei den Behörden gemeldet zu haben. Belege dafür, dass dies in seinem Fall geschah, gibt es jedoch nicht.

„Meidet die USA um jeden Preis“

Die zehnjährige Sperre trifft Miles hart. Ein Großteil seiner beruflichen Projekte entsteht in den USA. Zudem lebt sein Partner dort. „Ich wollte mir ein gemeinsames Leben in den USA aufbauen“, sagt er. Dass er letztlich in einer Kategorie die GayVN Awards gewann, konnte er nur aus der Ferne verfolgen.

Seine Botschaft an andere queere Reisende ist eindeutig: „Meidet die USA um jeden Preis. Es ist das Risiko nicht wert.“

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