In Mönchengladbach wurde das Queere Zentrum Ziel eines mutmaßlich rechtsextremen Angriffs. Laut Polizei wurde dabei eine Glasscheibe des Gebäudes beschädigt. Zudem schmierten Unbekannte ein Hakenkreuz auf das Zentrum und hinterließen die Drohung „Wir kommen“.
Der Vorfall wird als politisch motivierte Kriminalität geprüft. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen. Konkrete Hinweise auf die Täter gibt es bislang nicht.
Deutliche Drohung und laufende Ermittlungen
Die Tat ereignete sich in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch. Neben der Sachbeschädigung wurden laut Polizeiangaben auch verfassungsfeindliche Symbole angebracht. Der Verein „Queers an der Niers“, der hinter dem Zentrum steht, machte den Angriff in den sozialen Netzwerken öffentlich und veröffentlichte Bilder des beschädigten Gebäudes.
„Wer Hakenkreuze hinterlässt und queere Räume angreift, verfolgt ein Ziel: Menschen einzuschüchtern“, hieß es aus dem Vorstand. Man sehe in der Tat „kein harmloses Delikt“, sondern ein bewusst gesetztes Zeichen: „Der Angriff richtet sich nicht nur gegen uns als Verein. Er richtet sich gegen alle Menschen, die für ein offenes, demokratisches und vielfältiges Mönchengladbach stehen“. Gleichzeitig betonte der Verein: „Wir lassen uns nicht einschüchtern.“
Netzwerk NRW sieht zunehmende Gewalt
Das Zentrum rief die Stadtgesellschaft dazu auf, Haltung zu zeigen und sich klar gegen Hass und Gewalt zu positionieren. Unterstützung kam unter anderem vom Queeren Netzwerk NRW.
Laura Becker, die Vorstandssprecherin des Netzwerks, sieht den Angriff als Teil einer größeren Entwicklung. „Der Angriff auf das Queere Zentrum in Mönchengladbach bestätigt erneut die Zunahme queerfeindlicher Gewalt in unserer Gesellschaft. Rechtsextreme agieren dabei nicht mehr nur mit Worten, sondern auch mit direkter Gewalt“, erklärte sie.
Das Netzwerk forderte konkrete politische Maßnahmen. Dazu zählen Queer-Beauftragte in allen Kommunen, landesweite Akzeptanzkampagnen sowie eine stärkere Unterstützung von Meldestellen. Auch eine Sensibilisierung der Polizei sowie eine klare öffentliche Verurteilung von queerfeindlicher Gewalt seien laut dem Netzwerk notwendig.
Forderungen an Politik und Behörden
Aus der Kommunalpolitik kommt Rückhalt für das queere Zentrum. So bezeichnete die SPD in Mönchengladbach den Vorfall als „rechtsextreme Einschüchterung“. Die Ratsfraktion Die Linke/Die Partei sprach von einem Angriff auf grundlegende gesellschaftliche Werte. „Wer diese Orte angreift, greift gezielt Menschen an“, hieß es in einer Stellungnahme. Die Grünen betonten: „Unsere Antwort auf Hass ist Zusammenhalt.“
Als Reaktion auf den aktuellen Angriff rufen das Queere Zentrum sowie mehrere Initiativen zu einer Mahnwache auf. Diese soll am Samstag vor dem Gebäude in der Wallstraße stattfinden und steht unter dem Motto „Wir sind hier. Wir bleiben hier.“

