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Kardinal Marx erlaubt Segnungen für gleichgeschlechtliche Paare in München

Der Münchner Erzbischof Reinhard Marx öffnet die Tür für Segnungen homosexueller Paare. Eine Entscheidung, die innerhalb der katholischen Kirche in Deutschland für Zustimmung und Kritik sorgt.

Als erster Kardinal in Deutschland hat Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare in seinem Erzbistum ausdrücklich ermöglicht. Wie ein Sprecher bestätigte, empfahl Marx den Seelsorgern, eine entsprechende Handreichung der Deutschen Bischofskonferenz umzusetzen. Zunächst hatte die konservativ-katholische Zeitung Tagespost darüber berichtet.

Neue Leitlinien für die Seelsorge

Grundlage der Entscheidung ist das Dokument „Segen gibt der Liebe Kraft“, das von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) erstellt wurde. Es beschreibt, wie Paare gesegnet werden können, die nach katholischem Kirchenrecht nicht heiraten dürfen. Dazu zählen neben schwulen und lesbischen Paaren auch Geschiedene, die erneut geheiratet haben.

Marx betont dabei die Abgrenzung zur sakramentalen Ehe. „Es handelt sich bei der Segnung nicht um die Feier einer sakramentalen Ehe“, heißt es aus seinem Umfeld. Gleichzeitig soll laut Handreichung jedoch kein Paar abgewiesen werden. Die Kirche solle Menschen in ihren Beziehungen begleiten und anerkennen.

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Fortbildungen und praktische Umsetzung

Das Erzbistum München und Freising plant ab Juni konkrete Schritte zur Umsetzung. So sollen Fortbildungen angeboten werden, die Seelsorger auf die Gestaltung entsprechender Segensfeiern vorbereiten. Laut vatikanischen Vorgaben dürfen diese Feiern nicht Teil eines regulären Gottesdienstes sein und sollen bewusst kurz gehalten werden.

Priester können sich jedoch weigern, diese Segnungen selbst durchzuführen. In diesen Fällen sollen sie die Paare an andere Seelsorger oder den zuständigen Dekan verweisen. Damit will das Erzbistum sowohl individuelle Gewissensentscheidungen respektieren als auch den Zugang zu Segnungen sicherstellen.

Konflikt mit konservativen Kräften

Diese Entscheidung stößt innerhalb der Kirche auf Widerstand. Insbesondere konservative Katholiken kritisieren den Kurs scharf. So lehnt der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki die Umsetzung der Handreichung weiterhin ab. In seinem Erzbistum sind Segnungen für homosexuelle Paare weiterhin untersagt.

Auch international bleibt das Thema umstritten. Zwar hatte Papst Franziskus im Jahr 2023 grundsätzlich Segnungen erlaubt, jedoch unter strengen Auflagen. Die deutsche Regelung geht nach Ansicht von Kritikern darüber hinaus. Befürworter sehen darin hingegen eine notwendige Weiterentwicklung der Seelsorge.

Breitere Öffnung der Kirche

In der Handreichung heißt es: „Die Kirche bringt Paaren, die in Liebe verbunden sind, Anerkennung entgegen und bietet ihnen Begleitung an.“ Demnach sollen „Paare aller geschlechtlichen Identitäten und sexuellen Orientierungen“ sowie Menschen, die aus verschiedenen Gründen keine kirchliche Ehe eingehen können oder wollen, gesegnet werden.

Laut der Deutschen Bischofskonferenz steht diese Praxis im Einklang mit Rom. Dennoch zeigt die aktuelle Entwicklung, wie tief die Meinungsunterschiede innerhalb der katholischen Kirche sind. Die Umsetzung bleibt in den einzelnen Bistümern unterschiedlich geregelt.

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