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Tiroler Grüne wählen Gebi Mair zum Spitzenkandidaten für 2027

Bei der Landtagswahl setzen die Tiroler Grünen auf Kontinuität und ein klares personelles Signal. Gebi Mair wurde von der Basis zum Spitzenkandidaten und Landessprecher gewählt.

Die Tiroler Grünen gehen mit dem offen schwulen Gebi Mair als Spitzenkandidaten in die Landtagswahl 2027. Dies wurde am Wochenende im Rahmen einer Online-Abstimmung sowie der Landesversammlung in Schwaz entschieden. 63 Prozent der teilnehmenden Mitglieder sprachen sich für den 42-jährigen Klubobmann aus. Insgesamt beteiligten sich rund 73 Prozent der etwa 460 wahlberechtigten Mitglieder.

Mair bezeichnete das Ergebnis als „bestes Ergebnis, das ich je als Spitzenkandidat erzielt habe“. Er steht seit Jahren an zentraler Stelle der Tiroler Grünen.

Deutlicher Rückhalt aus der Partei

Mair sieht im Wahlergebnis auch ein Zeichen für die Entwicklung der Partei in den vergangenen Jahren. Nach internen Spannungen infolge des Stimmenverlusts bei der Landtagswahl 2022 und dem damit verbundenen Wechsel in die Opposition habe sich die Partei wieder stärker geeint.

„Ich habe mich weiterentwickelt, bin politisch gereift“, sagte Mair vor den Mitgliedern in Schwaz. Zugleich bedankte er sich bei seinem Kontrahenten Weratschnig: „Diese Wahl hat gezeigt, dass wir Demokratie nicht nur fordern, sondern leben.“

Bereits 2022 war Mair als Teil eines Spitzenduos angetreten und hatte damals 56 Prozent Zustimmung erhalten. Nun trat er allein an und konnte sein Ergebnis deutlich verbessern. Möglich wurde dies auch durch eine Statutenänderung: Erstmals wurde der Spitzenkandidat automatisch auch zum Landessprecher gewählt.

Blick richtet sich auf Regierungsbeteiligung

In seiner Rede stellte Mair zentrale Themen in den Vordergrund. Er sprach von „Bildung für alle“, dem Ausbau der Kinderbetreuung und dem Schutz der Natur. Sein Ziel sei es, „ein Land zu schaffen, in dem alle Menschen gut und gerne leben“. Gleichzeitig formulierte er den Anspruch, die Grünen wieder in Regierungsverantwortung zu führen.

Dabei schlug er auch moderate Töne gegenüber politischen Mitbewerbern an. So habe die ÖVP „historische Verdienste“ und die SPÖ habe wichtige Beiträge zur sozialen Absicherung geleistet. Dennoch fehle der aktuellen Regierung „das grüne Herz“. Deutliche Kritik übte Mair hingegen an der FPÖ, vor deren Einfluss er warnte.

Bundespartei betont Bedeutung der Wahl

Die Landesorganisation erhielt auch Unterstützung von der Bundespartei. Die stellvertretende Bundessprecherin Alma Zadić bezeichnete die kommenden Landtagswahlen in Tirol und Oberösterreich als „extrem wichtig“. Sie wies auf das Erstarken rechter Parteien hin und erklärte: „Die Grünen sind die einzigen, die sich gegen die FPÖ stellen.“

Zadić kritisierte zudem die aktuelle Bundesregierung ohne grüne Beteiligung. „Man spürt, dass wir fehlen”, sagte sie und verwies auf Einschnitte im sozialen Bereich sowie eine Rückkehr zu fossilen Abhängigkeiten.

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