In Berlin steigen die Mpox-Infektionen wieder spürbar an. Nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Soziales wurden bis zum Ostersonntag insgesamt 71 Fälle registriert. Im Vergleich dazu lag die Zahl im selben Zeitraum des Jahres 2023 bei lediglich zehn Fällen. Im Jahr davor wurden insgesamt 61 Neuinfektionen gemeldet. Die aktuelle Entwicklung zeigt damit einen klaren Anstieg der Fallzahlen innerhalb kurzer Zeit.
Behörden warnen vor zunehmender Verbreitung
Bereits gegen Ende des vergangenen Jahres hatten die zuständigen Stellen auf eine rasche Ausbreitung innerhalb der schwulen Community hingewiesen. Anfang 2026 bestätigte zudem die Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass in Berlin eine aggressivere Virusvariante festgestellt wurde. Es handelt sich um die Klade Ib, eine Mutation der bekannten Klade IIb, die bereits 2022 weltweit zu einem größeren Ausbruch geführt hatte.
In Deutschland wurden bisher rund 4.300 Mpox-Fälle erfasst. Etwa die Hälfte davon entfiel auf Berlin. Die Mehrheit der Infektionen betraf schwule und bisexuelle Männer. Diese Gruppe steht weiterhin im Zentrum der Präventionsmaßnahmen.
Neue Variante gilt als leichter übertragbar
Fachleute gehen davon aus, dass die Variante Klade Ib leichter übertragbar ist und häufiger zu schwereren Krankheitsverläufen führen kann. Die WHO weist insbesondere auf ein erhöhtes Risiko für Menschen mit HIV hin. „Für diese Gruppe besteht ein deutlich erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf“, heißt es aus Kreisen der Organisation. Auch die US-Gesundheitsbehörde CDC warnt in diesem Zusammenhang vor möglichen Todesfällen.
In Berlin wurde die neue Virusvariante in 63 Prozent der bislang gemeldeten Fälle im Jahr 2026 nachgewiesen. Die Behörden beobachten die Entwicklung daher besonders genau und werten laufend neue Daten aus.
Übertragung erfolgt meist durch engen Kontakt
Mpox wird vor allem durch engen körperlichen Kontakt übertragen, insbesondere bei sexuellen Kontakten. Die meisten Infektionen in Berlin ereigneten sich vor Ort. „Aufenthalte außerhalb Berlins im potenziellen Ansteckungszeitraum liegen nur für vier betroffene Personen vor“, erklärte ein Sprecher der Gesundheitsbehörde.
Typische Symptome sind Hautveränderungen wie Bläschen, begleitet von Fieber und Muskelschmerzen. Fachverbände für sexuelle Gesundheit sowie queere Organisationen betonen erneut die Bedeutung der Impfung. Sie empfehlen die zweifache Schutzimpfung insbesondere sexuell aktiven schwulen und bisexuellen Männern mit häufig wechselnden Partnern sowie Personen in der Sexarbeit.

