HomeSzeneWienAngriff auf schwules Paar in Wien: Sechs Jugendliche ausgeforscht

Angriff auf schwules Paar in Wien: Sechs Jugendliche ausgeforscht

Ein Jahr nach einer brutalen Attacke in Wien-Ottakring hat die Polizei sechs Tatverdächtige identifiziert. Ein Opfer erlitt bei dem Angriff schwere Kopfverletzungen, zwei Jugendliche zeigten sich geständig.

Im April 2025 gerieten ein damals 28-jähriger Mann und sein 27-jähriger Partner in einem Zug der Linie U3 ins Visier einer Gruppe Jugendlicher. Während der Fahrt in Richtung Ottakring wurden die beiden Männer wiederholt angepöbelt und schwulenfeindlich beschimpft. Nach dem Aussteigen an der Endstation eskalierte die Situation.

Verfolgung bis in die Arnethgasse

Die sechs Jugendlichen folgten dem Paar bis in die Arnethgasse. Dort sollen sie die beiden Männer umzingelt und erneut beschimpft haben. Die Lage spitzte sich zu, als einer der Tatverdächtigen plötzlich zuschlug: Ein 16-Jähriger soll dem 28-Jährigen einen Tritt gegen den Kopf versetzt haben. Das Opfer stürzte zu Boden und blieb benommen liegen, während die Angreifer flüchteten.

Der Mann erlitt bei dem Angriff schwere Verletzungen, darunter einen Schädelbasisbruch. Er musste mehrere Wochen stationär im Krankenhaus behandelt werden. Sein Partner blieb körperlich unverletzt, stand jedoch ebenfalls unter dem Eindruck der Attacke.

Intensive Ermittlungen führen zu Tatverdächtigen

Das Kriminalreferat Ottakring übernahm die Ermittlungen. Erste Hinweise lieferten Videoaufnahmen der Wiener Linien. Im weiteren Verlauf arbeiteten die Ermittler mit zahlreichen Einvernahmen und überprüften Hinweise aus dem Umfeld der Verdächtigen. „Der aktführende Beamte ist sehr hartnäckig geblieben und hat immer wieder Personen vorgeladen“, erklärte Polizeisprecherin Julia Schick gegenüber der Austria Presse Agentur (APA).

Diese intensive Arbeit führte schließlich zum Erfolg: Die sechs Tatverdächtigen konnten ausgeforscht werden. Zum Tatzeitpunkt waren sie zwischen 16 und 17 Jahre alt. Laut Polizei handelt es sich bei den Jugendlichen um drei serbische, einen kroatischen und zwei österreichische Staatsangehörige.

Teilgeständnisse und Anzeige auf freiem Fuß

Bei den ersten Vernehmungen zeigten sich zwei der Jugendlichen geständig. Die übrigen Verdächtigen machten keine umfassenden Aussagen zu den Vorwürfen. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien wurden alle sechs auf freiem Fuß angezeigt. Der Vorwurf lautet auf absichtlich schwere Körperverletzung. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem mutmaßlichen Haupttäter. Laut Polizei hätte der 16-Jährige um die Gefährlichkeit seines Handelns wissen müssen. „Er übt Kampfsport aus und ist sich der Wirkung eines solchen Tritts bewusst“, sagte Schick.

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