Die diesjährige Vienna Pride steht unter dem Motto „SICHTBAR seit 1996“. Mit diesem Slogan knüpfen die Veranstalter:innen an „SICHTBAR“ an, das Motto der ersten Parade im Jahr 1996. Somit bleibt Sichtbarkeit nach wie vor ein zentrales politisches Anliegen der Community – damals wie heute.
Drei Jahrzehnte Kampf um Anerkennung
„30 Jahre Regenbogenparade zeigen, was unsere Community durch Sichtbarkeit, Protest und politischen Druck erreicht hat. Aber sie zeigen auch, wie viel noch immer offen ist“, erklärt Ann-Sophie Otte, Obfrau der HOSI Wien. Sie verweist auf weiterhin offene Forderungen. Dazu zählen ein gesetzliches Verbot von Konversionstherapien sowie ein besserer Schutz für intergeschlechtliche Kinder vor nicht notwendigen medizinischen Eingriffen.
Otte betont: „Gleichstellung darf kein Lippenbekenntnis bleiben.“ Die Community fordere wirksamen Schutz vor Diskriminierung und Hasskriminalität. Die Jubiläumsausgabe der Pride soll daher nicht nur ein Grund zum Feiern sein, sondern auch politische Aufmerksamkeit schaffen.
Anmeldung und vielfältiges Programm
Gruppen, Organisationen und Initiativen können sich noch bis zum 11. Mai 2026 um 12:00 Uhr für die Teilnahme an der Regenbogenparade anmelden. Die Registrierung erfolgt online über die Plattform der Vienna Pride. Damit beginnen die konkreten Vorbereitungen für eines der größten LGBRIQ+-Events des Landes.
Neben der Parade selbst umfasst das Programm zahlreiche Veranstaltungen. Geplant sind unter anderem das Pride Village und die After-Pride-Celebration am Rathausplatz. Auch der Pride Run Vienna und ein Community-Fest auf der Prater-Hauptallee stehen auf dem Programm.
Räume für Austausch und Begegnung
Katharina Kacerovsky-Strobl, die Geschäftsführerin der Vienna Pride, hebt die Bedeutung der verschiedenen Veranstaltungsformate hervor: „Wir schaffen Räume für Austausch, politische Diskussion und gemeinsames, sicheres Feiern.“ Dazu zählen die Vienna Pride Konferenz im Rathaus sowie zahlreiche Side Events an bekannten Wiener Locations wie dem Badeschiff, der Strandbar Herrmann oder dem Vienna City Beach Club.
Gerade im Jubiläumsjahr wolle man die Vielfalt und Stärke der Community sichtbar machen. „Wir laden die Menschen dazu ein, Missverständnisse und Unsicherheiten abzubauen und miteinander in Austausch zu treten“, so Kacerovsky-Strobl.
Symbolik und öffentliche Präsenz
Auch Karl Kreipel, der Leiter der Regenbogenparade, unterstreicht die Bedeutung des Jubiläums: „30 Jahre Regenbogenparade bedeuten 30 Jahre Protest, Sichtbarkeit und Solidarität.“ Was 1996 mit großem Mut begonnen habe, sei heute eine der wichtigsten Demonstrationen für Menschenrechte in Österreich.
Auch 2026 werden Regenbogenfahnen auf Wiens Straßenbahnen angebracht. Für eine noch freie Linie besteht die Möglichkeit, eine symbolische Patenschaft zu übernehmen.

